5 Gründe für das Riemann-Thomann-Modell

5-Gründe-für-das-Riemann-Thomann-Modell

5 Gründe mit dem Riemann-Thomann Persönlichkeitsmodell zu arbeiten

Wer mich kennt weiß, ich liebe das Riemann-Thomann-Modell. Genauer gesagt, ich liebe Fritz Riemann und sein Werk „Grundformen der Angst“. Es ist wohl das am häufigsten gelesene Buch in meinem Regal und ich habe mir gerade neulich nochmal eine neue gebundene Ausgabe gegönnt. Warum ich mich seit über 25 Jahren mit diesem Modell beschäftige, was mich immer wieder begeistert und warum ich es für unverzichtbar halte, verrate ich dir in diesem Artikel.

1. Das Modell ist leicht verständlich.

Die Grundstruktur des Riemann-Thomann-Modells ist schnell erklärt, es braucht nicht mehr als ein paar Minuten und wird genau so schnell verstanden.

Es ist wie mit einem Messer. Es ist wahrlich eine Kunst, wie Meisterköch*innen innerhalb kürzester Zeit Gemüse schnippeln. Ruck Zuck ist die Zwiebel klitzeklein, die Finger noch dran und die Augen hatten nicht einmal Zeit zu weinen. Mit demselben Messer kann ich mir, als absoluter Laie, aber auch einen Apfel in Häppchen schneiden. Schmeckt und stillt den Hunger.

So mache das zum Einstieg mit Riemann auch. Bezogen auf die Situation die wir im Coaching gerade am Wickel haben, erkläre ich das Modell in wenigen Sätzen. Und es dauert nicht lang, da leuchten die Augen meines Gegenübers dicht gefolgt von einem „Ach so!“.

Zu Beginn brauchen wir nämlich noch nicht die Fingerfertigkeit der Meisterin/des Meisters, Häppchen schneiden reicht erstmal völlig aus. Der Rest kommt dann Stück für Stück. 

 

2. Das Riemann-Thomann-Modell ist schnell im Alltag um- und einsetzbar.

Was man schnell versteht, das kann man auch schnell anwenden. Das ist mir besonders wichtig. Denn was nutzt mir das Wissen um ein Modell, wenn ich es im Alltag nicht anwenden kann? Nix!

Wenn wir in der Situation erkennen, dass das was geschieht, guten Gründen folgt, quasi gar nicht anders kann als genau so zu laufen, dann können wir viel leichter loslassen und uns neu orientieren. Erst dann sind wir handlungsfähig und haben die Wahl.

Ein Beispiel, ein Klassiker:
X geht uns gehörig mit seinem Verhalten Y auf den Senkel. Weil X das immer so macht, wir das gar nicht verstehen können, sind wir genervt und haben sowas von keine Lust mehr. Kennst du? Ich auch.

Wenn wir uns X, uns und das Verhalten durch die Riemann-Brille ansehen, dann verstehen wir unter Umständen gleich mehrere Dinge auf einmal. 

  • Warum X so handelt – das Motiv/Bedürfnis dahinter
  • Was unser Bedürfnis/Wunsch wäre, wird uns bewusster
  • Warum uns das Verhalten von X so sehr nervt – welche Knöpfe da in uns gedrückt werden.

Ohne diese zusätzlichen Informationen ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir blind unserem gewohnten Verhaltensmuster folgen ziemlich groß. Jetzt aber wissen wir mehr und haben die Wahl.

  • Wir können das Bedürfnis von X stillen, weil wir hinter die Fassade gesehen haben, und es vielleicht nicht mehr sooo nervig ist.
  • Wir könnten aber auch erkennen, was die Situation mit UNS macht, und vielleicht stellen wir dabei fest, dass es gar nicht um X geht, sondern der arme Kerl nur der Auslöser für Z ist.
  • Es ist und bleibt doof, wir sprechen es an. Nicht mehr im Sinne von „Du blöder X machst immer Y und das nervt“ sondern mit dem Bewusstsein der dahinterliegenden Muster und damit mit der Ruhe für passendere Worte.

 

3. Riemann ist flexibel wie ein Schweitzer Taschenmesser

Wofür man das Modell nutzen kann? Ich behaupte ja gerne, für alles! Oder wie ich zu sagen pflege:

Ein Leben ohne Riemann ist möglich, aber sinnlos.

Überall da wo es um Menschen geht, ist es meiner Meinung nach auch hilfreich zu verstehen, welche Denk- und Verhaltensmuster sich in uns abspielen. Klammern wir diese aus, kommen wir nicht wirklich weit. Riemann läuft bei mir daher wie ein Betriebssystem immer mit, ich denke nicht mehr bewusst drüber nach. Kommt eine Situation, die mich aufmerken lässt, dann hole ich es gegebenenfalls kurz vor und schaue, ob es mich gerade einen Schritt weiterbringen kann.

Mögliche und typische Anwendungsfelder: 

  • Konflikte
  • Krisen
  • Entscheidungen
  • Teamdynamiken
  • Teamrollen
  • Stärken- und Schwächenanalyse
  • Nervige Verhaltensmuster (unsere eigenen wohlgemerkt)
  • Arbeitsmethoden und -weisen
  • Führungsverhalten
  • Veränderungsprozesse

Immer dann wenn wir mehr über eine Situation oder Verhalten erfahren möchten.

 

4. Riemann ist für alle da.

Es ist schnell, leicht zu verstehen und vielseitig, kein Wunder, dass das Riemann-Thomann-Modell entsprechend weit verbreitet ist. Riemanns Buch „Grundformen der Angst“ ist aktuell in der 44. Auflage erschienen und ist in vielen Haushalten und Praxen zu finden.

Ob Coaching, Therapie, Mediation, Training, Mitarbeiterführung, überall wo Menschen mit Menschen arbeiten ist es hilfreich. Und auch im privaten Kontext, da wo wir uns selbst und unsere Lieben besser verstehen wollen, wir auf der Suche nach unserem selbst sind, kann uns das Modell wirklich weiterbringen.

 

5. Riemann führt uns über Verhaltensebenen hinaus.

Meinen persönlichen Knaller habe ich mir bis zum Schluss aufgehoben. Das ist auch das Geheimnis, weswegen Riemann für mich unschlagbar ist und vermutlich auch bleiben wird denn…

Wir sind nicht, wir verhalten uns!

Viele Modelle arbeiten überwiegend mit der Verhaltensebene. Für meinen Geschmack ist das zu kurz gesprungen. Andere nehmen Werte hinzu, schon sehr viel besser – damit arbeite ich gerne.

Ein Blick durch die Riemann-Brille verrät mir neben Verhalten und Werten auch, warum die Dinge so sind, wie sie sind. Hier wird es für mich erst richtig interessant, denn hinter jedem Verhalten steckt ein WARUM (unsere eigentliche Absicht) und das ist oft wichtiger als das WAS.

Wir sind nicht unser Verhalten! Und nicht immer ist unser Verhalten unserer eigentlichen Absicht dienlich. Daher finde ich wichtig, uns die Absicht hinter unserem Verhalten (den eigentlichen Kern) bewusst zu machen, um beurteilen und gegebenenfalls neu entscheiden zu können, welches Verhalten uns zum Ziel führt.

 

Und deswegen liebe ich Riemann! Klein, fein und doch unendlich tief und maximal spannend!

Findest du auch? Dann hör doch mal beim Podcast rein oder spring gleich rüber zum ICHgerecht Kompass

 

 

Und sollte es dich richtig gepackt haben, dann sei doch einfach beim nächsten ICHgerecht Kompass mit dabei. Der Onlinekurs, um zu werden, wer du (auch) bist.

 

Monatsrückblick April & Mai 2020

Britta Ludwig mit Snutenpullie

Monatsrückblick April & Mai 2020
Achterbahn für Fortgeschrittene

Warum denn gleich zwei Monate? Im April hatte ich schlichtweg keine Lust auf einen Monatsrückblick. Da schien mir nichts drin zu sein, auf das sich ein Rückblick gelohnt hätte. Zumindest nichts, auf das ich zurückblicken wollte! Kaffeemaschine kaputt inkl. 3 Wochen Hin und Her wegen Ersatzteil. Spülmaschine kaputt, bis heute. Einstürzende Neubauten Konzert abgesagt, bzw. verschoben. Besuch am Meer gestrichen. Und dann wäre da ja noch dieses Corona und jede Menge Stress. Alles in allem, es ruckelte an allen Enden und das war nervig!

Jetzt ist Juni – wo war eigentlich der Mai so schnell hin? Rückblickend auf zwei Monate relativiert sich das ausgeprägte *grmpfl* zu einem „ganz OK“ und manchmal sogar zu einem echten „BINGO“.

Der April & Mai im Monatsrückblick:

Ostergekritzel

Gegen den Coronafrust und gegen Ostern allein zu Haus habe ich spontan und kurzfristig das Ostergekritzel ausgerufen. Was ist ein Ostergekritzel? Es ist Ostern und man kritzelt! Osterhasen natürlich auch, Schafe waren auch dabei aber auch so Klassiker wie Hände und so. Das war witzig und hat vor allem wieder gezeigt, man kann auch online gemeinsam zeichnen und dabei Spaß haben. Still und heimlich war das auch mein persönliches Warm-Up für eine anstehende Premiere.

Visualisierung und Flipchartgestaltung für Trainer*innen – Online!

Dass es geht, wusste ich ja schon aus dem Test im letzten Jahr, da hatte ich in einem Workshop Flipchartschrift online ausprobiert. Das Ostergekritzel hat es außerdem bewiesen. Dennoch… zwei ganze Tage… wie das wohl wird?

Meine größte Sorge, eigentlich waren es zwei Sorgen, ich kann nicht eben mal gefühlte 100 kg Material zum Austoben anschleppen. Dieser Ball lag bei den Teilnehmenden und außerhalb meines Einflusses. Nicht schön. Die zweite Sorge: Ich seh’ nicht, was die Teilnehmenden so zaubern. Also immer nur kurz, wenn sie ihre Werke in die Kamera halten. Aber ich kann nicht wie sonst durch die Reihen schlendern, Loben, Tipps geben und… meine Neugier stillen. Ich war also gespannt.

Das Fazit war recht langweilig, weil zu erwarten: Es geht! Sehr gut sogar! 🎉 Es sind super Flipcharts entstanden! Die ich im übrigen auch nicht eben mal fotografieren konnte, euch damit also auch nicht zeigen kann. Wie schade. Ihr habt etwas verpasst. Zeige ich euch eben meine Co-Trainerin bei der Arbeit. 

12. Jahre Hamburg und der traurigste Hafengeburtstag ever.

Mein Hamburg-Geburtstag ist beinahe wichtiger als mein Geburtstag. Was ein Hamburg-Geburtstag ist? Der Tag, an dem ich endlich „nach Hause“ kam und St. Pauli daheim wurde. Das ist nun 12 Jahre her und ich weiß mal wieder nicht, wo die Zeit geblieben ist.

In diesem Jahr war mein Tag eher ein Trauerspiel. Also der Tag selbst war witzig, ich habe mit einer Freundin zusammen abendgegessen – online natürlich. Aber alles in allem… geht so. Das lag vor allem daran, dass der Hafengeburtstag (der Hafen und ich feiern immer gemeinsam unseren großen Tag) abgesagt wurde, bzw. wie der Rest des Lebens virtuell stattfand.

Erkenntnis, es geht alles online außer Hafengeburtstag! Für mich hieß das weder Schiffe gucken, kein Open Ship, kein Feuerwerk und kein Schlepperballett. Wenn du dich fragst, was daran sooo schlimm ist, dann kennst du mich sicher noch nicht so gut. Es war sehr schlimm, vor allem traurig. Ich hab mir jetzt schon 2021 geblockt und werde jeden einzelnen Tag von morgens bis abends an der Elbe und sofern möglich, an Bord eines Schiffes verbringen. Jawohl! Das muss nachgeholt werden.

Performance Power – die Stunde der Wahrheit

Man… war das ein Tag. Nach 9 Wochen zum ersten Mal wieder ein Training vor Ort. Zwar nicht mit Umarmen aber immerhin ohne Mattscheibe dazwischen. Ich war richtig hibbelig bei all der Vorfreude. Schließlich hatten wir zwei sehr intensive und besondere Monate miteinander verbracht, einige der Teilnehmenden hatte ich erst einmal zuvor gesehen, andere noch nie.

Das führte bei den Vorbereitungen erst einmal dazu, dass ich auf dem Flipchart eskaliert bin. Nicht, dass ich sooo viele Charts gebraucht hätte aber, ich war einfach nicht zu bremsen. Online war das irgendwie eher verhalten bei mir. Ich glaub, es lag am Platz. So sitzend und beengt und immer muss ja alles in den Bildausschnitt passen… da kann man nicht mal hier, mal da… also ich in meinen Räumlichkeiten zumindest nicht. Nur so konnte ich mir das erklären. Jetzt konnte ich wieder und ich tat!

Und dann hagelte es Premieren. Seit 2 Monaten zum ersten Mal S-Bahn fahren. Die erste Bahn hab ich gleich einmal verpasst. Na bravo. Vor der S-Bahn kam aber noch ein witziger Moment, nach all der Zeit habe ich zum ersten Mal drüber nachgedacht, welche Schuhe ich anziehen soll. Eigentlich habe ich gar keinen Schuhtick, aber nur in die Sneaker springen wie die Wochen zuvor – nee! Meine derzeitigen Lieblinge machten das Rennen.

Und dann bloß nicht die Flipcharts vergessen. Hach… war das alles aufregend… und schön.

Und dann der Moment der Wahrheit – kann man online lernen, was offline so facettenreich ist wie die Rolle einer Trainerin, eines Trainers? Lässt sich online Offline-Training lehren und lernen? Ich hatte in all den Wochen nie ernsthaft daran gezweifelt aber wirklich wissen… das sollte sich heute herausstellen.

Was soll ich sagen? Es geht! Es geht sogar ganz wunderbar. Wir hatten einen großartigen Tag mit beeindruckenden Performances und ich mit einigen Momenten maximaler Ergriffenheit. Hammer! Oberhammer! Ich hätte euch geküsst, wenn ich denn gedurft hätte.

Bitte blättern für die Schuhe der Wahl, die frisch genähten Snutenpullies und die Großaufnahme eskalierender Flipchachrts, Marker und Pinnwände.

Ich will jetzt nicht so weit gehen, Corona zu danken, und doch gab oder gibt es einige Ereignisse die ganz anders gelaufen wären. Vielleicht schöner, vielleicht nur anders, sicher aber nicht so intensiv und außergewöhnlich. Für mich und meine Arbeit wird es auf jeden Fall bleibende Veränderungen geben. Mein Wertehaushalt kam ordentlich in Wallungen und da will ich unbedingt noch einmal ran.

Mal sehen, was der Juni so im Gepäck hat.

Was bedeutet eigentlich Selbstreflexion?

Herr Pöppel schaut in den Spiegel – Selbstreflexion

Was bedeutet eigentlich Selbstreflexion?

Und warum ist sie so wichtig für ein zufriedenes Leben?

Selbstreflexion ist die Sicht auf sich selbst. Sie beschreibt die Fähigkeit, sich von außen zu betrachten. Anders gesagt, sich beim Denken, Fühlen und Handeln zu beobachten und zu reflektieren was weshalb geschieht.

Bei Wikipedia klingt das so: „Selbstreflexion bezeichnet die Tätigkeit, über sich selbst nachzudenken. Das bedeutet, sein Denken, Fühlen und Handeln zu analysieren und zu hinterfragen mit dem Ziel, mehr über sich selbst herauszufinden. Dabei können wir uns nicht nur selbst als individuelle Person hinterfragen, sondern auch als Teil eines Systems, zum Beispiel als Teil einer Familie oder eines Teams.“

Selbstreflexion – Warum denn das?

Selbstreflexion ist die Basis für unser persönliches Wachstum. Um besser zu werden in dem was wir tun, für jede Form der Leistungssteigerung.

Wenn du mich kennst, weißt du bereits, dass es mir nie (ach… dieses „nie“ werde ich auch mal wieder reflektieren. Ist es wirklich nie?) um höher, schneller, weiter geht. Mir geht es viel mehr um Zufriedenheit. Um Spaß, Freude und Glück. Ich hasse es, Dinge zu tun, die mir keinen Spaß machen. Wie ist das bei dir?

Und genau dafür brauchen wir Selbstreflexion! Wie sollen wir Zufriedenheit erreichen, wenn wir gar nicht wissen, was uns wirklich zufrieden macht? Die Betonung liegt hier auf wirklich, denn die Dinge sind nicht immer so, wie sie scheinen. Es sei denn, du bist schon sehr selbstreflektiert. 

Selbstreflexion und Zufriedenheit – wie jetzt?

Wir leben in einer sehr fremdbestimmten Welt. Ständig will jemand was von uns und sei es nur unsere Aufmerksamkeit. Wir gehen schlichtweg verloren, wenn wir nicht einen eigenen Kompass in uns tragen, der uns immer wieder auf unseren eigenen Weg führt.

Selbstreflexion ist dein innerer Kompass für mehr Zufriedenheit.

Wir tun also gut daran, uns selbst möglichst gut zu kennen, um überhaupt zu wissen, wo unsere Zufriedenheit zu finden ist. Sonst jagen wir den Zielen anderer hinterher und fragen uns am Abend, was war denn das? Noch schlimmer, wessen Leben habe ich da eigentlich gelebt? Und selbst wenn wir uns diese unbequemen Fragen einfach nicht stellen, es bleibt das schale Gefühl der Leere und Unzufriedenheit. Also meins ist das nicht. Deins?

Ist das harte Arbeit oder Spaß? Was ist der Lohn?

Für mich eindeutig Spaß. Ich bin aber auch ein sehr neugieriger Mensch und die Frage, warum die Dinge so sind, wie sie sind, ob es vielleicht auch ganz anders sein könnte, dem kann ich stundenlang nachgehen. OK, ich bin ein Dickkopf und akzeptiere nur ungern etwas, was angeblich so ist. Mein inneres „Das wollen wir ja mal sehen“, scheint fest in meiner DNA verankert zu sein. Wie ist das bei dir, akzeptierst du schnell vermeintliche Fakten oder rüttelst du gerne mal an unveränderbarem?

Selbst wenn du nicht so schrecklich neugierig bist wie ich, ich bleibe dabei, es macht Spaß. Du kannst so viele spannende und neue Dinge über dich entdecken. Eine Erkenntnis wird die andere jagen und dann… ja dann kommt das Allerbeste: Selbststeuerung und Selbstwirksamkeit.

Du erkennst, warum du immer wieder dieselben merkwürdigen Erfahrungen machst. Warum du ständig in dieselben Stolperfallen und Fettnäpfchen trittst. Wie andere mit Präzision deine wunden Punkte treffen und dir nichts anderes bleibt, als in die Luft zu gehen. Und so banal es klingt, du erkennst immer mehr, was dir wirklich wichtig ist und vor allem wie die Dinge sein müssen, damit du zufrieden bist. Dabei ist das WIE meist viel wichtiger als das WAS. Wir können nämlich sehr happy sein, selbst bei ganz blöden Dingen, wenn denn die Umstände richtig gut zu uns passen.

Nur wer sich selbst gut kennt, um die eigenen Vorlieben, Verhaltensweisen, Stärken und Schwächen weiß, kann sein Verhalten objektiv wahrnehmen, analysieren und letztendlich auch verändern. 

Risiken und Nebenwirkungen der Selbstreflexion

Nach dem flammenden Plädoyer für die Innenschau, ja sie hat auch Schattenseiten. Immer dann, wenn wir zu kritisch mit uns sind und den Maßstab Zufriedenheit mit dem der Leistungssteigerung verwechseln. Dann sind wir schnell auf dem Holzweg.

Selbstreflexion sollte immer dem Kennenlernen unseres Selbst dienen!

Sie ist keine Aufforderung zur ständigen Fehlersuche, dem Streben nach Perfektion und erst Recht nicht die Einladung, die Schuld immer in uns selbst zu suchen.

Sie ist viel mehr die objektive, mit der Neugier eines Kindes, Betrachtung unserer Denk- und Verhaltensmuster. Gepaart mit der Frage, ginge es eigentlich auch anders – wenn ich denn wollte? Ist es, so wie es ist, gut? Macht es mich happy? Bin ich zufrieden?

Ich liebe sie – Reflexionsfragen

Ich gestehe, ich habe sie schon in der Schule geliebt: „Meine Freunde“, „Meine Schulklasse“ und wie sie alle hießen. Poesiealben, nee die waren nicht so meins. Zu viel Geschwurbel, Klugschiss und Fremdbestimmung. Aber Fragen wie: Was ist deine Lieblingsfarbe, Lieblingsessen, bester Freund, was würdest mitnehmen wenn…  Hach die waren toll und vor allem waren sie spannend.

Klar, Kinderkram. Vermutlich hat sich auch niemand tiefsinnigere Gedanken dabei gemacht außer schöne Erinnerungen zu schaffen. Wobei die schon sehr schön und vor allem witzig sind. Ich habe meine Bücher übrigens noch und du?

Vielleicht ist es aber gar nicht so ein Kinderkram sich der ultimativen Lieblingsfarbe bewusst zu sein. Zu wissen, welches die eine Farbe ist, das hat durchaus Vorteile. Sagen wir, ich habe einen wichtigen Termin und bin etwas nervös. Dann kann das Lieblingsheißgetränk aus der Lieblingstasse mit der Lieblingsfarbe schon etwas in mir bewirken. Das Shirt (also die Farbe) welches ich trage, lässt mich gleich viel selbstbewusster fühlen und die Vorstellung alles so schön… bitte Farbe deiner Wahl einsetzen… tut der Seele auch ganz gut.

Trotzdem Kinderkram? Kein Problem, widme dich einfach den richtig fetten Fragen!

  • Was bleibt, wenn du gehst?
  • Wann fängt Dein Leben an?
  • Was macht Dir mehr Angst: Freiheit oder Sicherheit?

Das sind einige Beispiele der Erinnerungsguerilla. Eine Aktion, die ich ganz großartig finde. An meinem Kühlschrank klebt zum Beispiel „Is this your life?“, eine Frage, die für mich nie an Aktualität verliert. In diesem Sinne…

Is this your life?

Dieser Artikel ist der Auftakt zu einer Reihe meiner Lieblingsfragen. Wenn du Lust hast, dich selber besser kennenzulernen dann folge mir doch einfach bei Facebook oder Instagram, dort wird es bald mehr dieser schönen, ja auch manchmal unbequemen Fragen geben.

Monatsrückblick März 2020

Der März wird spannend, das war lange vorher schon klar. Mein Kalender war nicht nur proppenvoll, es standen auch jede Menge freudige und aufregende Ereignisse drin. Angefangen mit dem lang ersehnten Kinobesuch, einem überarbeiteten Flipchartseminar, einem Teambuilding und nach München sollte es auch wieder gehen. Sollte! Im März sollte so vieles – stattdessen kam Corona. Hier ein kleiner Ausschnitt eines revolutionären Monats – mein Monatsrückblick März 2020.

Ich weiß nicht mehr wann ich zum ersten Mal vom Coronavirus gehört habe aber ich erinnere mich noch gut an den Gedanken, dass das auch dieses Mal nichts mit mir zu tun haben wird. Alle Viren, die bisher so reingeschneit waren, gingen gänzlich unbemerkt an mir vorbei – so wird das auch dieses Mal. Dachte ich. Hm… ja… Nein!
Der März also…

Es lebe die Vorpremiere – Die Känguru-Chroniken.

Als bekennender Fan des Kängurus, ja ich gehöre zu den Nerds die beinahe jede Passage mitsprechen können, musste ich natürlich in die Vorpremiere. Was ein Glück. Da war Corona zwar auch schon da, aber alles war noch halb so wild und einen echten Känguru-Fan erschüttert so schnell nichts. Nichts ahnend, dass das der letzte Abend in Freiheit (gefühlt) sein wird, aßen wir Schnapspralinen und genossen das Beuteltier in Lebensgröße.

Fazit: Anders aber WITZIG!

Flipchartgestaltung und eine erschreckende Erkenntnis.

Wie man das so macht, kommt nach dem Vergnügen die Arbeit. Bei mir hieß das, Vorbereitungen für den Tag Flipchartgestaltung. Und während ich die Unterlagen zusammenstellte, tauchten auch gleich ein paar Fragen in meinem Hinterstübchen auf: Was, wenn kurzfristig alle wegen Corona absagen? Darf ich eigentlich die bewährten Knabbereien, die traditionell als Fingerfood daherkommen, reichen? Hätte ich doch Desinfektionsmittel gebraucht, wenigstens für die Materialien und das gute Gefühl? Da war sie, die Erkenntnis dieses blöde Virusdingens hat sehr wohl etwas mit mir zu tun. *grmpfl*

Im Nachhinein bleibt zu sagen – perfektes Timing! Alle waren da, wir hatten wie gewohnt viel Freude beim Lernen und Ausprobieren und am Ende gab es tolle Charts und witzige neue Bildvokabeln. Den Zeitfresser will ich euch gleich mal vorstellen.

Fazit: Schwein gehabt denn 4 Tage später sollte alles anders sein. Veranstaltungen durften nicht mehr stattfinden.

Aus offline wird online! Wer braucht schon Vorbereitung. 

Was hatte ich mich auf die zwei Tage Teambuilding gefreut. Mein Hirn lief seit Tagen auf Hochtouren, als Nachschlag gab es noch ein paar neue Bücher und soooo hübsche Teamspielchen hatte ich mir ausgedacht. Schöne Ideen, leider alle für die Katz. 

Im wahrsten Sinne des Wortes für die Katz war dann in der Tat alles, was die kommenden zwei Wochen folgen sollte. Quasi über Nacht wurden aus 7 Tagen Offlineseminar 7,5 Tage Onlineseminar. Während ich, abgesehen von täglich 6 Stunden schlechtem Schlaf durcharbeitete, genoss (und genießt noch) Yuki die Lage in vollen Zügen. Der Dosenöffner ist zu Hause. YEAH. Auf dem Bildschirm sind Menschen die sprechen. Yuchuuu. Katze im Glück. 

Im Ernst, das liebt Yuki total und so beobachtet sie fast den ganzen Tag und hoch konzentriert die Menschen auf dem Monitor. Sie wich nicht von meiner Seite, platzierte sich zu meiner Linken direkt neben dem Mikro und mauserte sich so zur Mitarbeiterin des Monats. 

Fazit: Über Nacht alles auf online umstellen, war … sagen wir sportlich. Vor allem weil Frau mal wieder nicht bereit war, einige ihrer Werte aufgrund außergewöhnlicher Umstände hinten an zustellen. Am Ende stand die Erkenntnis, Pacing geht auch online und es waren zwei richtig tolle Wochen. Dazu dann aber ein eigener Beitrag.

Akute Elbbedürftigkeit! 

Den lieben langen Tag am Rechner sitzen, mal zwei Tage nicht vor die Tür gehen, das ist mir bestens vertraut und überhaupt kein Problem. Den ganzen Tag vor der Kamera, das hat dann auch mich in die Bewegung aber vor allem an die Elbe getrieben. Ich brauchte ganz dringend eine große Portion Schlepperliebe. Also einmal bis Övelgönne laufen, mit der Fähre zurück und dann das… 

Da war Corona gerade mal sowas von sch…egal. Schwimmender Stahl. 😍 Hach. Und mal so nebenbei, ich mochte die COSCOs in ihrem schlichten grau ja etwas lieber.

München ist zum Monatsende natürlich ausgefallen – sehr schade. Aber wer mich kennt weiß, Untätigkeit steht mir nicht. Kann ich gar nicht. Jetzt also schnell das Bloggerloch der letzten Wochen wieder stopfen und dann ran an die nächsten Onlinekurse! Der Termin für die zweite Runde ICHgerecht Kompass steht: Am 18.07.2020 stechen wir wieder in See. Und dann wäre da ja noch… sag ich NOCH nicht! Das muss erst noch ein bisschen reifen und gären in meinem Kopf. Aber bald, versprochen!

Was für ein Monat. Langweilig war er in jedem Fall nicht.

Monatsrückblick Februar 2020

Ein neues Familienmitglied · Toolmaster · Bitte recht freundlich und ganz viel Wasser.

Der Monatsrückblick Februar 2020.

Ich habe gar kein Flipchart – jetzt schon!

Da predige ich in meinen Visualisierungstrainings „Leute, achtet auf euer Werkzeug“ und nehme meine eigene Baustelle nicht so wichtig. Klassischer Fall von blindem Fleck. 🤦‍♀️

Ich hatte bis vor zwei Wochen kein Flipchart – meine Staffelei musste diesen Job übernehmen. Der Grund dafür ist schnell erzählt: Ich habe keinen Platz. Die Staffelei war schon da, warum also nicht die nutzen. Tisch kam nicht in Frage, schon beim Gedanken daran bekomme ich Rücken.

So weit so gut. War O.K. aber…

Die Staffelei ließ sich nicht hoch genug einstellen. Das macht wenig Spaß, ist dafür aber sehr mühsam beim Erstellen der Flipcharts. Ihr wisst ja, stellt euch das Flipchart auf die richtige Höhe ein. ☝️

Richtig nervig war aber, dass die Platte beim Schreiben und Zeichnen ins Schwingen kam und das ist gerade bei Schrift sowas von blöd. Dennoch, ich lebe damit nun seit Jahren.

Grund 1 sagte ich bereits, kein Platz.
Grund 2, welches ist das richtige Flipchart für mich? Die Auswahl ist riesig und die Chance das EINE zu finden… gefühlt wie ein Sechser im Lotto.

Der Nervfaktor hat sich irgendwann in den roten Bereich geschlichen und ich habe wieder einmal recherchiert, was es aktuell so gibt. Die Details erspare ich euch, bekommen vielleicht mal einen eigenen Beitrag, wenn es euch interessiert. Aufgrund der guten Kritiken, der Mobilität und gegen meine Bedenken wegen des weichen Filzuntergrundes, habe ich mich für das FlipChart EuroFlip® von neuland entschieden. Und was soll ich sagen? Ich so 😍😍😍

Tatsächlich ist es schnell auf- und abgebaut, es sieht schick aus, die Papierhalterung ist prima, die Stifteablage ausreichend groß und… da schwingt NIX, gar nix. Hach ist das schön und macht gleich viel mehr Spaß.

Da es eingeklappt jetzt auch nicht mehr Platz frisst als Staffelei und Brett, könnte ich mich beinahe ein bisschen ärgern, dass ich nicht schon viel früher aber… manche brauchen halt etwas länger. Allerdings brauche ich unbedingt auch noch die Transporttasche, denn Yuki findet es auch ganz wunderbar und bevor ich künftig nicht nur mich, sondern auch das Flipchart abfusseln muss, packe ich es lieber ein.

Juchuuu, ich bin ein Toolmaster

Seit dem 01. Februar 2020 ist es offiziell, ich bin ein neuland Toolmaster und das freut mich riesig. Im November war ich zu Gast bei neuland in Eichenzell. Blödsinn, ich war zu Gast im Paradis. Wenn man auch nur ein Hauch Interesse und eine Vorliebe für schöne Materialien hat, dann ist ein Besuch bei neuland wie im Himmel. Wer braucht da ein Bällebad. Pah.

Aber ich wollte ja nicht vom Neuland Playground® schwärmen, sondern von den Toolmastern erzählen. Wir sind 15, wir lieben gutes Material und neuland Produkte. Und damit wir noch mehr über die Materialien selbst und Tipps & Tricks zur Anwendung erfahren, wurden wir zu Toolmastern ernannt und versammelt.

Ich gebe zu, als es darum ging sich zu bewerben, hatte ich schon überlegt, ob das was für mich ist. Mein Lieblingswert Selbstbestimmung, aus der vorderster Reihe, meldete Bedenken an: „Britta, bist du dann auch noch selbstbestimmt? Darfst du dann die Materialien empfehlen und nutzen die DU willst?“ Ich habe hin und wieder her gedacht und konnte den Wert letztendlich beruhigen. Seit Jahren nutze ich nichts anderes, ich hatte mir schon mit dem blu-board® nur eine Zusammenarbeit gewünscht, und zwar die mit neuland also was zur Hölle gab es da für Bedenken. Hat er (der Wert) dann auch eingesehen und mir erlaubt meine Bewerbung einzureichen. Wie großzügig.

Und jetzt freue ich mich riesig über und auf den Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen und auf das, was sich daraus ergibt. Ich halte euch auf dem Laufenden und gebe euch alle Tipps natürlich umgehend weiter – im Seminar und hier im Blog.

Ein Gedanke schleicht seit November schon still und heimlich durch meine Gehirnwindungen: Zwei Trainingstage im paradiesischen Neuland Playground® anzubieten, Visualisierung für Coaches und Trainer. Ein Training weit über die Flipchartgestaltung hinaus, viel mehr Visualisierung als Intervention. Sie kann so einfach, schnell und überaus wirksam sein. Also ich hätte da große Lust zu. Würdet ihr mit mir zum Neuland Playground® nach Eichenzell reisen?

Fotoshooting

Und dann waren da noch die Sache mit den Fotos. Der Blog will welche, die Website auch und überhaupt gab es nichts von mir mit Flipchart. So kam es, dass der neue Mitbewohner FLIP kaum angekommen auch schon seine erste Reise antreten durfte.

Auch dieses Mal hat Janet Hesse von elbportrait.de mich mit ihrer Kamera verfolgt. Und das war gar nicht so einfach, denn es war ein wildes Hin und Her zwischen „zeichne was“ und „du musst auch mal in die Kamera gucken“. Erkenntnis des Tages, Kamera gucken, zeichnen und freundlich aussehen… gar nicht so einfach. Ich neige offenbar beim Zeichnen, wie auch beim Denken, zum äußerst nachdenklich bis ernsten Gesichtsausdruck. Trotzdem hat es wie immer viel Spaß gebracht. Danke Janet. Danke auch an Dirk für allerbeste Unterstützung.

Weil ja immer etwas ist, hatte ich natürlich Herr Pöppel vergessen. Macht aber nichts, irgendwann hätte ich auch gerne Fotos an der Schlepperbrücke, da klappt das mit dem Grinsen von ganz allein und Herr Pöppel darf auch wieder mit.

Als Visualisierungstante hat man ganz schön was zu schleppen. Uff. Ist aber leichter als er aussieht der gute FLIP.

Da war nix mit ungestört Pöppel malen. 🤪

Und außerdem…

…hatten wir, dank diversen Sturmfluten gleich mehrfach Hochwasser. Wie immer war es schaurig-schön. Ein Begriff der meiner Meinung nach extra für solche Situationen erfunden wurde.

…habe ich jede Menge neue Trainingskonzepte gebastelt und bin ganz berauscht. Das Seminar zu den „Säulen der Identität“ fand auch schon statt. Ich finde dieses Modell großartig und ich werde mich doch noch einmal dran wagen, es auf das blu-board® zu bringen.

…habe ich ein richtig, richtig gutes Buch gelesen. „Update für Trainer“ von Bernd Weidemann. Lässt sich super lesen und es stehen so viele tolle Sachen drin, dass ich gar nicht weiß, was ich zuerst ausprobieren soll. Da aber einige Trainings im März anstehen werde ich da sicher richtig viel einbinden können. Auch das Seminar zur Flipchartgestaltung, bekommt eine Frühlingskur verpasst. Da freue ich mich schon drauf.

…wurden gleich zwei Verträge mit Ausbildungsinstituten abgeschlossen. Ich freue mich demnach auf noch mehr Visualisierung und ganz besonders darauf, angehende Trainer*innen auf ihrem Weg zu begleiten.

Vorschau auf den März:

Kurz: Seminare, Seminare, Seminare.

Den Start macht die „Flipchartgestaltung“ am 09.03.2020 und dann kommt etwas, worauf ich mich besonders freue, zwei Tage Teambuilding. Warum ich mich so freue? Weil ich mich gut daran erinnere, wie es mir 2009 als Teilnehmerin in einem Teambuilding Seminar ging. Mir ging… bitte entschuldigt… der Arsch auf Grundeis denn beim Wort „Team“ muss ich meist ganz schnell weg. An diesem Wochenende habe ich einen ganz neuen Blick auf die Arbeit in Teams gewonnen und so einiges mehr. Außerdem geht es wieder nach München und… am Dienstag, den 03.03.2020 geht es vor allem erst einmal ins Kino. Das wird ganz bestimmt WITZIG.

Hm… ich muss mich wohl neu kalibrieren. Immer wenn ich nur einen kurzen Artikel schreiben will dann… gehen die Tasten mit mir durch. Langsam bekomme ich eine Idee, was die Deutschlehrerin damals mit ihrem „Gut, aber zu lang“ meinte. Ich hoffe, dir war es nicht zu lang und du hast etwas für dich mitgenommen oder hattest zumindest Spaß beim Lesen.

In diesem Sinne, starte gut in einen hoffentlich sonnigen März

Britta & Herr Pöppel

PS: Wie gut, dass ich beschlossen habe, dass künftig alles EINS ist. Wie hätte ich sonst diesen Artikel schreiben sollen?