Erkenne dich selbst und werde, wer du längst bist.

Riemann-Modell: Sind es acht statt vier Typen? #09

Riemann-Modell: Sind es acht statt vier Typen?

Eine Distanz ist nicht eine Distanz, ist nicht eine Distanz! Gleiches gilt natürlich für unsere anderen drei Freunde. Im Riemann-Modell gibt es eigentlich nur vier Formen des in der Welt seins. Klar, da wir von allen etwas in unterschiedlichen Anteilen haben, entstehen unzählige Variationen von Identität. Im Laufe meiner Arbeit mit Riemann hat sich außerdem ein großer Unterschied innerhalb eines Typen gezeigt und der ergibt für mich, dass es eigentlich acht statt vier Typen sind.

Die acht statt vier Typen im Riemann-Modell

Gerade neulich hat man es mir wieder aufgetischt:

„DU bist doch gar keine Distanz“. 

Sag das mal einer Distanz, die hat dich dann ganz besonders lieb. 😉

Stimmt wohl, meine Distanz erkennt man nicht unbedingt auf den ersten Blick. Schon gar nicht, wenn man mit den weit verbreiteten Schilderungen der vier Grundformen vertraut ist. Da schneiden unsere Freunde der Distanz meist richtig übel ab. Was ein Quatsch! 

Warum aber nun acht statt vier Typen? Ganz einfach, es macht einen großen Unterschied, ob ich aus meiner Persönlichkeit und damit meiner Anlage heraus agiere oder aus einem erlernten Verhaltensmuster. Ein Agieren aus unserer Anlage hat immer eine andere Qualität als das aus einem antrainierten Verhaltensmuster. 

Anlage vs. Verhaltensmuster

Die Anlage bringen wir mit. Das sind WIR. Das ist, was unserem tiefsten Inneren entspricht. Es ist die Schatzkiste, aus der wir Kraft schöpfen. Das erlernte Verhaltensmuster ist das, was wir in der Regel sehr früh gelernt haben, um irgendwie durchzukommen. 

Leben wir unsere Anlage übersteigert, dann gelten wir vielleicht als verschrobener, aber meist liebenswerter Kauz. Kommt ein erlerntes Muster übersteigert zum Ausdruck, dann werden diese gerne zu den Stolpersteinen unseres Lebens und das aus gleich zwei Gründen. Zum einen wissen oder ahnt etwas in uns, dass das eigentlich nicht wir selbst sind. Zum anderen kommt es beim Gegenüber selten gut an, es bringt eine gewisse Schärfe mit.

Wir sind nicht, wir verhalten uns

Nicht zuletzt heißt das Buch auch „Die Grundformen der Angst“. Die Basis ist eine Form der Angst, die dazu führt, dass wir uns bestimmte Muster aneignen. Das ist nicht nur notwendig, es ist außerdem ganz wunderbar, denn so entwickeln wir uns weiter und erweitern unseren Handlungsspielraum. Blöd kann es werden, wenn das Muster so sehr dominiert, dass wir unseren Kern nicht mehr spüren. Den Kontakt zu uns und damit unseren Ressourcen verlieren.

Und wer sitzt jetzt an meinem Steuer?

Woher weiß ich denn, ob meine Anlage oder nur ein Muster am Steuer meines Lebens sitzt? 

Das ist einfach, allerdings nicht immer leicht. Ist das Muster früh erlernt und stark ausgeprägt, dann müssen wir manchmal ein bisschen graben, um zu uns zu finden. Letztlich aber ist die große Frage: Wie fühlst du dich, mit dem wie du bist? Kommt das einfach so aus dir heraus, ist es das, was du bist, wenn du im normalen Zustand bist? Oder ist es viel mehr ein inneres getrieben sein, ein Müssen, wird es unter bestimmten Umständen stärker, gilt es etwas zu vermeiden?

Man könnte auch sagen, eine Anlage ist eher ein Hin-Zu und ein früh erlerntes Muster eher ein Weg-von etwas. Ein weiteres gutes Anzeichen ist, wenn du dich bei Gedanken wie „früher war ich ganz anders, ertappst“. Glückwunsch. Entweder hast du ein Muster abgelegt oder dir eins angelacht.

So kann es dann auch sein, dass eine Distanz ein geselliges Kerlchen ist – manchmal 😉 und die Nähe eine Egonummer fährt aus lauter Angst Zuneigung zu verlieren. Damit hätten wir eine Distanz aus der Anlage heraus und eine Nähe geprägt von einem erlernten Muster.

Fazit

Es sei nochmal betont, ein Verhaltensmuster als solches ist klasse! Die Frage ist lediglich, wer steuert. Du das Verhaltensmuster oder das Muster dich? Sie kosten uns allerdings auch Kraft. Daher ist es gut, sie zu kennen und unterscheiden zu können, wo sie uns dienlich sind und wo sie uns nur im Weg stehen.

Zu wissen, wer wir tief in unserem Inneren sind, mit der Kompetenz auch anders zu sein, gibt uns die Flexibilität die wir im oft stürmischen Business-Alltag brauchen. Kurz: Erkenne dich selbst und werde, wer du längst bist. Genau dafür gibt es den ICHgerecht Kompass, schau doch mal rein.

Anzahl der Wörter: 684
Den Hintergrund, die Regeln dieses Projektes kannst du im ersten Beitrag zu Fritz & Ich nachlesen.


Fritz & Ich ist ein Projekt, welches im Januar 2021 von mir ins Leben gerufen wurde. Es geht um meine alltäglichen Erfahrungen mit dem Persönlichkeitsmodell von Fritz Riemann, nach seinem Longseller „Grundformen der Angst“. Ich belege hier meine persönliche These „Ein Leben ohne Riemann ist möglich, aber sinnlos“* und teile mit euch Gelegenheiten, Momente und Erfahrungen des Alltags in denen mir Fritz und sein Ansatz hilfreich zur Seite stehen.

*Das Original Zitat von Loriot lautet: „Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos“


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Gleich und gleich oder Gegensätze – was funktioniert im Team? #08

Gleich und gleich oder Gegensätze – was funktioniert im Team?

Ich muss sagen, das mit den Fragen gefällt mir sehr gut. Besonders, da ich gerade so in die Kursvorbereitungen verstrickt bin, dass ich den Fritz vor lauter Riemann nur schwer erkennen kann. Daher freue ich mich heute besonders, wieder eine Frage beantworten zu können.

Was hältst du bzw. Fritz von einem Unternehmen, in dem alle Mitarbeiter sich in der gleichen Ecke vom Riemann-Thomann-Quadrat befinden?“

Ich kann natürlich nur für mich sprechen und hoffen, Herr Riemann dreht sich nicht wegen meiner Interpretationen im Grab herum. Manchmal frage ich mich das schon. 😉

Gleich und gleich oder Gegensätze – was funktioniert im Team?

Vorweg, wie bei den einzelnen Typen auch gilt: Kein Typ/Quadrant ist besser oder schlechter. Alle bringen reichlich Ressourcen und Herausforderungen mit, die Kunst ist das Wissen darum. 

Wenn alle in einem Quadranten unterwegs sind, dann haben wir i.d.R. große Übereinstimmung bei Vorlieben, Charaktereigenschaften, Interessen und oft auch bei unseren Werten. Das ist wunderbar und macht es so verlockend Menschen zu finden, die so sind wie wir. 

Du weißt, was jetzt kommt. Der Spielverderber, das „Aber…“

Haben wir ein Unternehmen, in dem alle in einem Feld des Riemann-Thomann-Kreuzes aufgestellt sind, dann sind jede Menge wichtige Rollen nicht besetzt. Im schlimmsten Fall gibt es sogar blinde Flecken und die können das Unternehmen Kopf und Kragen kosten. Diese blinden Flecken sind nicht einmal unwahrscheinlich, denn niemand im Team kommt, von einer anderen Perspektive, bringt frischen Wind rein, hinterfragt kritisch oder legt gar den Finger in die Wunde. Im eigenen Saft kochen, nennt man das wohl.

Daher ist ein möglichst „buntes“ Team meist die bessere Wahl. Das würde aber bedeuten, sich bewusst für Charaktere zu entscheiden, die ganz anders sind als man selbst. Da menschelt es wohl und es knirscht auch mal richtig, aber dafür gibt es ja Coaches. 😉

Alle tummeln sich im Wechsel-Nähe Quadranten

Das war der Wunsch des Fragenden, werfen wir einen Blick in diese Ecke.

👍 Was vermutlich super läuft:

Neues entwickeln, Trends setzen, Change-Prozesse und jede Form der Innovation. Außerdem natürlich Kommunikation, Austausch und vermutlich ist auch die Beziehungsebene gut aufgestellt. Kunden werden hier sicher gut versorgt. Von der Kundenbetreuung bis hin zu Events, hier wird wohl an alles gedacht, um gut in Kontakt zu sein. 

🤔 Was kritisch werden könnte:

Die Stärke dieses Quadranten ist gleichzeitig auch deren Schwäche – Kommunikation. Hier wird geredet, geredet und geredet. Dass außer vieler Worte am Ende wenig bei rumkommt, könnte durchaus sein. 

Auch fehlt der kritische Blick, den die Dauer oder die Distanz mitbringen würden. In diesem Quadranten ist alles wunderbar und wenn es nicht klappt, dann muss es wohl an den Anderen gelegen haben oder zumindest an den Umständen. 😉

Die größte Stolperfalle könnte sein, dass vieles angefangen und wenig zu Ende gebracht wird. Da macht es dann auch nichts, dass die Endkontrolle vermutlich ausbleiben würde. 

Die Nähe mit ihrer Tendenz zur Fürsorge könnte in dieser Konstellation ordentlich unter Druck geraten. Einerseits Support für den Wechsel, andererseits Kunden, Partner, Kollegen bei der Stange halten, da ist klar, wer sich aufreibt.

Orakel und Kaffeesatz

So ins Blaue hinein, ist all das wie Kaffeesatzlesen! 

Wir haben alle mehr als eine Facette und manch einer ist reflektiert genug, um zu erkennen, dass die Leidenschaft Neues zu beginnen auch eine Instanz (Prozess oder Person) braucht, die dafür sorgt, dass Dinge abgeschlossen werden. 

Riemann kann aber helfen, sich im Vorfeld Gedanken zu machen, welche Eigenschaften einem Team guttun würden, und zwar im Bezug auf das Produkt oder die angebotene Dienstleistung, der Zielgruppe und dem, was im Team an Ressourcen gegebenenfalls noch fehlt. 

So lieber Fragender, nun bin ich doch schon SEHR neugierig, ob hinter deiner Frage ein konkreter Gedanke steht und ob dich mein Blindflug-Orakel inspirieren konnte.

Welche Erfahrungen habt ihr mit Teams gemacht, in denen ein Quadrant überbesetzt war?

Anzahl der Wörter: 629
Den Hintergrund, die Regeln dieses Projektes kannst du im ersten Beitrag zu Fritz & Ich nachlesen.


Fritz & Ich ist ein Projekt, welches im Januar 2021 von mir ins Leben gerufen wurde. Es geht um meine alltäglichen Erfahrungen mit dem Persönlichkeitsmodell von Fritz Riemann, nach seinem Longseller „Grundformen der Angst“. Ich belege hier meine persönliche These „Ein Leben ohne Riemann ist möglich, aber sinnlos“* und teile mit euch Gelegenheiten, Momente und Erfahrungen des Alltags in denen mir Fritz und sein Ansatz hilfreich zur Seite stehen.

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Die Rollen als Unternehmerin – ein ständiges Verbiegen oder ICHgerecht?

Rollen als Unternehmerin

Ich hab fremd gebloggt! 
OK, ich könnte auch sagen, ich habe einen Gastartikel geschrieben, aber das klingt nicht so spannend. 😉 Einen Beitrag über die verschiedenen Rollen die wir als Unternehmerin bedienen müssen und die uns manchmal einiges abverlangen.

Die Rollen als Unternehmerin – ein ständiges Verbiegen oder ICHgerecht?

Auf jeden Fall geht es in dem Beitrag um die verschiedenen Rollen, die wir als Unternehmerinnen zu erfüllen haben. Einige gehen uns spielend von der Hand, andere eher mühsam. Manches wird einfach verdrängt „LaLaLa, ich kann dich nicht sehen…“ oder auch mit Anlauf und Schwung, frei nach dem Motto „Augen zu und durch“, erledigt.

Ich finde, das geht auch anders. Es darf und muss auch anders gehen, denn sonst macht das alles keinen Spaß und erfolgreich wird es so meist auch nicht. Wie also kann es gelingen?

Dazu lade ich dich ein, nebenan bei den UNTERNEHMERINNEN NORD vorbeizuschauen:

Übrigens ist das ein sehr schönes Netzwerk, bei dem auf beruflichen Nutzen bei maximal angenehmer Atmosphäre wert gelegt wird. 

Unter uns, ich mag die üblichen Kaffeeklatsch-Frauennetzwerke überhaupt nicht! Das ist bei den U-NORD ganz anders. An dieser Stelle daher mal ein Dank an Angelika Welzel.

Und jetzt rüber mit dir zum Beitrag *KLICK*

Und natürlich interessiert mich, wie du das siehst.
Wie ICHgerecht ist dein Business?

Wenn du mehr über deine Form des ICHgerechten Business lernen möchtest, schau doch mal, ob der ICHgerecht Kompass etwas für dich ist. Wir starten am 12.03.2021

Auf ein Gespräch mit Fritz Riemann #07

Auf ein Gespräch mit Fritz Riemann

Juchuuu, eine Premiere. Fritz & Ich beantwortet die erste Leserinnenfrage. Ich sollte besser sagen, ich bemühe mich um eine Antwort, denn so ganz einfach finde die Frage nicht.

„Wie komme ich denn als Laie mit Fritz ins Gespräch?“

Eine sehr gute Frage!
Zunächst einmal braucht es wenigstens ein paar Grundkenntnisse zum Riemann-Modell. Eine kleine Basis anhand der man ins Gespräch kommen kann, aber ich denke, das versteht sich von selbst. Sicher auch, dass je mehr wir über das Modell wissen, sich auch mehr Gesprächsstoff ergibt. Wie bei einem Gespräch mit einem noch fremden Menschen – man hangelt sich über Small Talk hin zu einem echten Dialog.

Außerdem brauchen wir, wie im wahren Leben auch, einen Anknüpfungspunkt. Einen Anlass, weswegen wir uns überhaupt auf das Gespräch einlassen wollen. Haben wir diesen Anlass nicht, finden wir das Modell vielleicht interessant können aber wenig bis nichts damit anfangen. Es fehlt der Bezug, eine Idee für die Einsatzmöglichkeiten. Ein eigenes Thema, die eigenen Betroffenheit ist sicher die beste Basis, sich auf das Modell einzulassen. Und je interessanter das eigene Thema um so mehr steigt das Bemühen Fritz richtig verstehen zu wollen. Davon kann ich ein Liedchen singen. 

Anlässe für ein Gespräch mit Riemann

Was könnten solche Anknüpfungspunkte sein?

Beginnen wir mit dem einfachsten dem, was wohl jeder kennt – zwischenmenschliche Konflikte. „Du bist immer so…“, „immer machst du dieses“ oder auch „du verstehst mich einfach nicht“. 

Im Joballtag schreit alles rund um das Thema Führung regelrecht danach, sich mit Riemann zu beschäftigen. Sich Wissen anzueignen, wie Menschen gestrickt sind und was sie brauchen, damit sie ihren Job gut machen können. Auch das Wissen um den eigenen Typen und die daraus resultierende Außenwirkung kann sehr hilfreich sein, damit es mit der Führung klappt.

Und ebenso spannend sind die Themen in uns selbst. Sie bieten wunderbare Punkte zum Andocken an Riemann. Das beste Indiz scheint mir chronische Unzufriedenheit. Schwer in Worte zu fassen dafür aber umso unangenehmer ein Gefühl von, „irgendwas stimmt nicht in meinem Leben“ (manchmal auch nur auf bestimmte Lebensbereiche bezogen). Und noch diffuser und unangenehmer, „eigentlich weiß ich gar nicht wer ich bin“. Und das ist deutlich öfter der Fall, als man meinen mag. Kurz: Krisen aller Art.

Auch ein schönes Erkennungszeichen, dass ein Schnack mit Fritz sich lohnt, sind Muster die sich, trotz allerbester Absichten, immer wieder wiederholen. Auch wenn es bequemer ist sich hier als Opfer der Umstände oder Pechvogel zu sehen… ich behaupte, und da schließe ich mich selbst nicht aus, da haben wir selbst ordentlich die Finger im Spiel. 

Was das Gespräch mit Fritz braucht

Alle vier Typen nach Riemann haben tolle Fähigkeiten. Sie sind wie Superhelden mit speziellen Superkräften und sie haben alle auch ihre Schwachstellen, sowohl im Kontakt nach außen als auch im Umgang mit sich selbst. So können wir uns über das Modell uns selbst nähern. Ein Gespräch mit Fritz ist am Ende immer ein Gespräch mit und über uns. Daher kann der erste Kontakt, die Gesprächsaufnahme nur gelingen, wenn wir bereit sind, uns an unsere eigene Nase zu packen hinzuschauen und Verantwortung zu übernehmen. 

Haben wir erstmal hingeschaut, dann nimm dir dein Lieblingsgetränk, die Kuscheldecke, mach den Kamin an und stell dich auf lange Abende mit Fritz ein. 

Indizien für Gesprächsbedarf

Schnapp dir die Grundformen der Angst oder lese meine Artikel zu Riemann und halte Augen und Ohren offen, wo sich Resonanz zeigt. Schmunzeln und/oder Ärger sind wunderbare Anzeichen dafür, einen Schatz entdeckt zu haben. Ein bisschen verweilen, mutig hinschauen was das Gelesene mit dir zu tun hat und Zack bist du im Gespräch mit Fritz. 

Die Formel für ein Gespräch mit Fritz

Anlass + Grundkenntnisse + Wunsch nach Veränderung = ICHgerecht auf der Reise zu dir selbst.

Und wenn du den Anlass und den Wunsch nach Veränderung hast, du aber noch gerne mehr Hintergrundwissen und Reisebegleitung hättest, dann sei beim nächsten ICHgerecht Kompass mit dabei. Wir starten am 12.03.2021 und bis Sonntag gibt es noch Frühe-Möwe-Tickets.

ICHgerecht Kompass 2021

Anzahl der Wörter: 612
Den Hintergrund, die Regeln dieses Projektes kannst du im ersten Beitrag zu Fritz & Ich nachlesen.


Fritz & Ich ist ein Projekt, welches im Januar 2021 von mir ins Leben gerufen wurde. Es geht um meine alltäglichen Erfahrungen mit dem Persönlichkeitsmodell von Fritz Riemann, nach seinem Longseller „Grundformen der Angst“. Ich belege hier meine persönliche These „Ein Leben ohne Riemann ist möglich, aber sinnlos“* und teile mit euch Gelegenheiten, Momente und Erfahrungen des Alltags in denen mir Fritz und sein Ansatz hilfreich zur Seite stehen.

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Schnelles Beziehungsmanagement zum Valentinstag

„Behandele jeden so, wie du selbst behandelt werden möchtest“,
so der Rat den uns Konfuzius mitgegeben haben soll. 

Ich finde, das ist zu kurz gesprungen und schlage viel mehr vor: „Behandele Menschen so, wie es ICHgerecht für sie ist.“ Heute am Valentinstag könnten wir das doch einfach einmal ausprobieren. Spielerisch, nur so zum Spaß, um zu sehen, wie es ankommt und wie sich unser Miteinander dadurch entwickeln kann. Die Basis ist natürlich, was auch sonst, das Riemann-Thomann-Modell. 😉

Beziehungsmanagement für die Distanz:

Die Distanz ist ja gerne für sich. Wie wäre es, wenn wir ihr das heute proaktiv anbieten. Ganz im Sinne von: „Schatz, ich mache heute mal dieses oder jedes und du hast ein bisschen Zeit für dich“. Wenn du das im Alltag eh schon machst, wird das noch kein großes „Ohooo“ auslösen, wenn das sonst allerdings gar nicht deine Art ist, dann mach dich auf ein Feuerwerk an „Ohhhh, Ahhhh, Uiiiiiii“ gefasst. 

Unter normalen Umständen würde ich sagen, geh mit deiner Distanz irgendwohin, wo es etwas zu erforschen, ergründen und zu lernen gibt, das ist nämlich genau so gut wie mit sich allein zu sein. Planetarium oder sowas. Da wir derzeit vor verschlossenen Türen stehen würden, ein Buch oder Zeitschrift tut es auch. Und dann Ruhe gönnen, ohne selbst ein langes Gesicht zu machen, und anschließend lächeln und gucken, was von der Distanz von allein kommt. Ich gebe zu, eine echte Herausforderung für unsere Freunde der Nähe aber hey, es ist Valentinstag.

Beziehungsmanagement für die Nähe:

Die Nähe liebt das WIR und das am liebsten gemeinsam. Also ein echter Valentin wäre Frühstück am Bett. Schon zu spät? Kein Problem ein schönes Candlelight-Dinner ist genau so gut und das profitiert sogar noch davon, dass wir das derzeit nur zu Hause und selbst arrangieren können. Ein Blümchen, ein Herz aus Schnee… eine kleine Aufmerksamkeit – nichts Großes, nichts Teures. Was von Herzen… und schon ist die Nähe die deine. Gerade nichts da und nichts aufzutreiben? Gar kein Problem, ein aufrichtig und ernst gemeintes Kompliment ist genau so gut. Noch besser als Geschenke und Komplimente ist gemeinsame Zeit und Aufmerksamkeit. Echtes Zuhören ist gefragt und auf die Nähe eingehen. Ja, da werden unsere Freunde der Distanz und Dauer ganz schön was zu knabbern haben.

Beziehungsmanagement für die Dauer:

Bitte bodenständig, vernünftig und auf jeden Fall zu vermeiden ist ein großes Brimborium. Die Dauer bekommt meist schon Pickel vom Wort „Valentistag“ – nur Kommerz, ich liebe XY immer, da brauche ich kein…. Für uns ist das prima, wir erwähnen Valentinstag daher am besten einfach gar nicht. Ist halt der 14.02., basta. Das hält uns aber nicht davon an, der Dauer still und heimlich doch eine Freude unterzujubeln. Wir Schlingel aber auch. 😉 

Das geht auch ganz ohne Zauberei und viel Aufwand, nur ein, bisschen Zeit und Interesse brauchen wir dazu. „Du Schatz, erklär mir doch (noch)mal dieses XY. „Wenn du das alles schon im Schlaf runterbeten kannst, empfehle ich auch „Schatz, wie war das damals, erzähl doch (noch)mal…“ Und dann Klappe halten, nicken, erstaunt gucken, beeindruckt sein und auch mal nachfragen. Aber bitte nicht zu oft unterbrechen mit deinen Fragen.

Beziehungsmanagement für den Wechsel:

Es wird wohl ein Wechsel gewesen sein dieser Valentin. Scherz, ich hab keine Ahnung, wer Valentin war aber das Fest als solches, das ist dem Wechsel schon genehm. Warum? Na hallo… es gibt Aufmerksamkeit, Blumen und mit Glück sogar ein Geschenk? Perfekt! Das macht es uns wieder einfach dem Wechsel ICHgerecht einen schönen Tag zu bereiten. Blumenstrauß (wenn es bei der Nähe auch ein Gänseblümchen vom Wegesrand sein darf, hier eher sowas wie ein Strauß Rosen oder sonst was Ausgefallenes) und dann was Neues, was Verrücktes, etwas, was so noch nie da war oder zumindest nicht Alltag ist, unternehmen. Du hast keine Idee? Macht nichts, der Wechsel hat immer welche. Der magische Satz: „Hey Schatz, lass uns doch heute mal was verrücktes machen. Du hast immer so witzige Ideen.“ Zack… läuft.

Wenn die Distanz die Nähe behandelt, wie sie selbst behandelt werden will, kommen die beiden nie auf einen grünen Zweig. Geben sie sich aber ein bisschen Mühe für das Gegenüber, dann läufts wie am Schnürchen. Und das gilt natürlich auch für alle anderen Kombinationen und ebenso im Arbeitsalltag. Ob du allerdings „Schatz“ zur Führungskraft oder deinen Kunden sagst, das würde ich kurz nochmal checken. Aber wer weiß, welch neue Möglichkeiten sich so ergeben. 😉

Das war natürlich stark vereinfacht und vor allem 100% Klischee. Das Denken in diesen Extremen erleichtert uns das Verständnis um die Komplexität zwischenmenschlicher Beziehungsdynamiken. Von daher, lege meine Worte nicht auf die Goldwaage, lass dich – wenn du magst – inspirieren und probiere es einfach aus. Ich würde wetten, du machst eine gute Erfahrung. Viel Spaß damit.

Wenn du mehr über den ICHgerechten Umgang im Kontakt erfahren möchtest, sei beim ICHgerecht Kompass dabei. Wir starten am 12.03.2021.

ICHgerecht Kompass 2021