Das Riemann-Thomann-Modell – der Nutzen für Coaches #02

von | 15.01.2021 | Alle Beiträge, Fritz & Ich, Riemann | 0 Kommentare

Nächste Woche steht seit längerer Zeit wieder das Riemann-Thomann-Modell auf meinem Trainingsprogramm. Allerdings nicht in eigener Sache, kein ICHgerecht Kompass, kein Fritz & Ich, stattdessen zwei Tage Training für angehende Coaches.

Also nochmal ganz von vorne, mich gedanklich auf die Grundlagen, den Einstieg konzentrieren. Ich gestehe, das fällt mir gar nicht so leicht. Viel zu verlockt bin ich, mich gleich mitten rein und in die Tiefe zu stürzen. Aber ich will meine Teilnehmenden weder verschrecken noch mit der Fülle an Möglichkeiten und Eindrücken erschlagen. 

Daher nutze ich Fritz & Ich heute ganz frech dafür mich selbst nochmal zu fragen: Was bringt mir das Riemann-Thomann-Modell als Coach, was ist mein Nutzen?

Das Riemann-Thomann-Modell – der Nutzen für Coaches

1.) Das eigene Selbstverständnis schärfen

WER und WIE bin ich als Coach? Wie prägt meine Persönlichkeitsstruktur meine Arbeit? Wo ist sie förderlich, wo vielleicht hinderlich? Wo ist sie mir vielleicht so vertraut, dass sie mir gar nicht bewusst ist?

2.) Mein Einfluss auf Andere

Was triggert mein so sein bei meinem Gegenüber? Ohne bewusst etwas zu tun, was löse ich beim Anderen aus und wie wirkt sich das auf den Coachingprozess aus? Treffen sich zwei Nähe-Freunde wird es anders laufen als die Begegnung zweier Distanz-Nähe-Freunde.

3.) Tieferes Begreifen

Über das Hören und Lauschen hinaus, die Muster des Coachee begreifen und gegebenenfalls Zusammenhänge zum Thema erkennen.

4.) Interventionen die passen

Auch wenn eine Intervention theoretisch perfekt passt, sie kann den Prozess erschweren, wenn wir nicht erkennen, welche Muster im Hintergrund beteiligt sind. Damit meine ich keineswegs, dass es immer flauschig sein muss. Einfach eine bewusste Wahl treffen können, mit den zusätzlichen Informationen die uns Riemann zuflüstert.

5.) Wirksamkeit und Nachhaltigkeit

Zu wissen, welchen Typ ich vor mir habe, verrät mir außerdem viel darüber, wie ich Wirksamkeit sicherstellen kann. Was sind typische Verhaltensweisen, sind sie dienlich, wie kann ich sie bewusst zur langanhaltenden Zielerreichung einsetzen?

6.) Die eigene Landkarte

Auch der beste und reflektierteste Coach ist mit eigenen Mustern unterwegs. Die zu kennen, verhindert im Prozess, dass schlummernde Knöpfe gedrückt werden und wir am Ende mehr auf der eigenen als auf der Landkarte des Coachee unterwegs sind.

7.) Dieselbe Sprache sprechen

Du kennst das, Freunde der Dauer drücken sich anders aus als die Freunde des Wechsels. Und damit beide nicht gleich die Augen verdrehen müssen, entspannt es zu verstehen, welchen freundlichen Typen wir da vor uns haben.

8.) Spaß

Es macht einfach Spaß, mit dem Riemann-Thomann-Modell zu arbeiten, man kann immer wieder Neues und Spannendes in sich und Anderen entdecken. OK, ich gebe zu, dieser Punkt ist eher nicht objektiv. Aber Spaß macht es schon und ich habe noch nie jemanden getroffen, der/die mir etwas Gegenteiliges berichtet hätte. Wie siehts aus, macht dir die Arbeit mit Riemann Spaß oder eher nicht so?

Na, da ist jetzt ganz schön was zusammengekommen. Dabei soll man doch nur 3, 5 oder maximal sieben Punkte aufzählen sagt man. Was schert es meine Distanz und Wechselanteile.  😉

Anzahl der Wörter: 491
Den Hintergrund, die Regeln dieses Projektes kannst du im ersten Beitrag zu Fritz & Ich nachlesen.


Fritz & Ich ist ein Projekt, welches im Januar 2021 von mir ins Leben gerufen wurde. Es geht um meine alltäglichen Erfahrungen mit dem Persönlichkeitsmodell von Fritz Riemann, nach seinem Longseller „Grundformen der Angst“. Ich belege hier meine persönliche These „Ein Leben ohne Riemann ist möglich, aber sinnlos“* und teile mit euch Gelegenheiten, Momente und Erfahrungen des Alltags in denen mir Fritz und sein Ansatz hilfreich zur Seite stehen.

*Das Original Zitat von Loriot lautet: „Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos“


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