Löffelliste – Bucket List – Was unbedingt noch muss

Löffelliste

Mein Herz hat den Verstand gehackt.

Noch bevor mein Verstand auch nur über ein Veto hatte nachdenken können – und er hätte auf jeden Fall eines eingelegt – war ich schon angemeldet. Angemeldet zur Totenhemd-Challenge, für den 13. November verbindlich eingeloggt mit meiner persönlichen Löffelliste dabei zu sein. Manchmal könnte ich mir selbst…

Seit Tagen liegen Herz und Verstand im Clinch darüber ob wir das nun machen oder nicht. Nicht, dass mein Verstand die Teilnahme gut heißen würde, allerdings liebt er es, zuverlässig zu sein, und überhaupt ist es ja schon schlimm genug, dass wir auf den allerletzten Drücker damit ankommen. Wir machen das also! Mein Herz vergibt sich stolz den 2 Punkt in diesem Kampf.

Eine Löffelliste ist eine Liste der Dinge die man unbedingt tun, bzw. erreichen möchte, bevor man den Löffel abgibt. Eine solche Liste hatte ich noch nie, den felsenfesten Vorsatz, in welche Richtung es gehen soll, hatte ich bereits am 13. November 1989 gefasst.

2017, Brittas erste Löffelliste. So richtig wollte mir nichts einfallen. Das hat mich gleichermaßen verwundert als auch erschreckt. Andere haben ellenlange Listen mit Reisen und wilden Abenteuern und ich soll nix haben? Ich, die so begeisterungsfähig ist und immer von irgendwas träumt und unbedingt gerne hätte? Sehr merkwürdig.

Google weiß Rat und gibt mir zwei hilfreiche Fragen an die Hand:
1. Was würdest du tun, wenn du unbegrenzt Zeit und Geld hättest.
2. Was würdest du tun, wenn es nächste Woche vorbei wäre.

Unbegrenzt Zeit und Geld? Damit scibble ich den ersten Entwurf meiner Bucket-List. Alle Seminare buchen, die ich schon immer mal belegen wollte und selbstverständlich Unmengen an Fachbüchern und Comics kaufen. Ganz sicher wäre die nächste Handlung der Besuch beim  Stifte-Dealer meines Vertrauens. „Einmal ALLE COPIC Sketch Marker bitte“, würde ich sagen. „Alle? Ja, alle. Inklusive der Nachfüller natürlich.“ Dann würde ich mich freuen wie ein kleines Kind unterm Weihnachtsbaum. Da ich dann ein massives Platzproblem hätte, würde ich als Nächstes durch St. Pauli laufen und mir eines der hübschen leer stehenden Ladenlokale aussuchen, es mieten und darin ein Atelier und eine Werkstatt einrichten.
Das alles und sicher einiges mehr würde ich machen, wenn Zeit und Geld keine Rolle spielen. Aus all dem meine Löffel-Liste zeichnen, irgendwie passt das nicht. Nein, all das wäre großartig und würde mich echt in Entzücken versetzen aber wirklich wichtig? Nee! Ich will das nicht zeichnen.

OK, was ist mir im Angesicht des Todes wirklich wichtig? Was würde ich wirklich bereuen nicht getan zu haben? Womit würde ich meine letzten Tage verbringen wollen? Jetzt wird das Bild klar.

Ich bräuchte ein kleines organisatorisches Wunder, aber ich betrachte es einfach mal als erfüllt. Einmal einen ausgewachsenen Tiger oder eine Löwin knuddeln. Ihr einmal über die Nase streicheln, sie gar umarmen dürfen. DAS wäre ganz klar auf Platz Eins.

Mit einer Viper über die Köhlbrandbrücke und dann ans Meer gefahren werden. Ja, auch das würde mich richtig, richtig glücklich machen. Vermute ich zumindest, ich saß ja noch nie in einer Viper. Sollte sie sich unerwartet als blöd entpuppen, nehme ich den E-Type.

Wieder eine kleine logistische Herausforderung, aber mit Geld ohne Ende sicher machbar, würde ich mir „meine“ Puppe für einen Tag ausleihen – eine Kawasaki 400. Grün! Natürlich! Die will ich übrigens selbst fahren! Bei der Viper möchte ich bitte gefahren werden.

Tja und wer mich kennt, wird sicher schon drauf gewartet haben, ich möchte einmal auf der HHLA III oder HHLA IV mitfahren. Einen Arbeitstag auf einem Schwimmkran miterleben. Hach. Hauen wir auf den Putz, ich würde auch gerne nochmal Schlepper fahren. Einen Großen! Einen Neuen! Einen bei dem es in den Füßen kribbelt, wenn die Maschine startet.

Wenn ich davon ausgehe, es bleibt noch so viel Zeit um sich mit Alltäglichem beschäftigen zu können und müssen, dann würde ich alles versuchen um den letzten Zeilen eines Gedichtes von Thich Nhat Hanh zu folgen.

Geh dorthin, wo du dein Liebstes findest –
geh dorthin, wo du dich selbst findest.

Tiger streicheln, Viper, Kawa und Schwimmkran fahren, das alles bringt mich zu mir. Wenn ich allerdings mehr Zeit habe, dann muss Folgendes auch unbedingt auf die Liste:

  • Verdammte Hacke, endlich mein Buch schreiben.
  • Die Sache mit den Comics. Ich will Comiczeichner werden/sein.
  • Mehr am Meer sein und vielleicht ja doch mein Kindheitstraum, ein Haus am Meer.

So sieht sie dann wohl aus, Brittas Löffelliste.

Löffelliste

PS: Während des Zeichnens habe ich mich gefragt, was wohl vor 10 Jahren auf meiner Bucket List gestanden hätte. Das Haus am Meer, Tiger knuddeln, die Kawasaki und die Viper wären auch dabei gewesen. (Von der Existenz von Schleppern und Schwimmkränen ahnt man als verirrter Saarländer ja erstmal nichts.) Da hätte dann aber auch Hamburg gestanden, Psychologie-Krams und vor allem, endlich wieder Zeichnen können. Meine anfängliche Sorge, dass mir scheinbar nichts so richtig wichtig ist, hat sich in Dankbarkeit verwandelt. Dankbarkeit dafür, dass sich so elementare Dinge scheinbar von allein‘ zurecht geruckelt haben.

Dann kann ich mich ja jetzt um den Rest kümmern.

Erkenntnisse die nur im Kopf stattfinden sind bei mir selten nachhaltig, erst wenn sie erlebt und gespürt werden, bekommen sie wirklich Substanz. Danke liebes Team vom Totenhemd-Blog und meiner viel zu schnellen Zusage, dass ich mich der Herausforderung stellen konnte. Tut mir leid lieber Verstand, wir ziehen das jetzt durch und stellen das sogar öffentlich in den Blog, auch wenn es deiner Meinung nach überhaupt nicht, dahin passt.

 

 

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1 Kommentare

  1. Pingback: 13.11. Britta Ludwig: Bucket list – Was unbedingt noch muss | Totenhemd-Blog

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