Riemann-Dilemma: Ich bin aber beides! #fritzundich05

von | 04.02.2021 | Fritz & Ich, Riemann | 0 Kommentare

„Britta, ich verstehe wohl dass ich von allen vier Typen etwas habe. Aber bei mir sind zwei gegensätzliche Pole nahezu gleich stark ausgeprägt. Was mache ich dann?“

An diesem Punkt werden gerne mal die Haare gerauft. Spätestens, wenn ich dazu auffordere, man solle den eigenen Pöppel IN ein Feld, nicht auf eine der Achsen,  stellen. 😉

Wenn der Pöppel dann doch auf der Achse landet, weiß ich, dass für diesen Moment die Dauer-Anteile am Hebel sitzen. Denn so akribisch, genau und es korrekt und möglichst allumfassend machen wollen, das ist typisch für unsere Freunde der Dauer. 

Warum ein ausgewogenes Heimatgebiet nicht unbedingt ein Segen ist

Es ist aber auch wirklich knifflig. Wenn es nicht sogar DER kniffligste Punkt im ganzen Modell ist. Und… ich versteh das sehr gut. Meine Dauer/Wechselanteile sind auch nahezu gleich und an manchen Tagen (ich lade gerne dazu ein, auch situativ auf die eigene Position zu schauen) würde mein Pöppel auch im Dauerquadranten stehen. Der Unterschied dabei ist meine Verfassung, meine Stimmung, meine Gefühlslage. 

Riemann-Regel Nr. 1:
Wir sind nicht unser Verhalten!

Warum mein Pöppel, trotz stark ausgeprägter Dauer, beim Wechsel sein Handtuch auslegt? Ganz einfach, das ist der Punkt, an dem ich in einem guten Zustand bin. Hier wohnt mein Flow, hier bin ich gut drauf, hab Ideen und die Welt ist ganz schick. Und Achtung, jetzt kommt’s: Ich habe trotzdem und immer noch sehr stark ausgeprägten Daueranteile. Ich kann also gemütlich im Wechsel hocken und dabei sehr viel Dauer, zum Beispiel in Form von Struktur, in mir haben. Das ist sogar der Idealzustand denn sonst, falle ich ja irgendwann vom Brett. 😉

Nur weil wir in einem Quadranten unseren Pöppel beheimaten heißt das nicht, dass wir auf Knopfdruck alles andere nicht mehr sind. Viel mehr bedeutet es, hier bin ich meist unterwegs. Mein Hauptwohnsitz sozusagen und trotzdem darf ich auf dem ganzen Feld wild umher reisen. Müssen wir ja auch denn…

Riemann-Regel Nr. 2: 
Wir stehen in konstanter Wechselwirkung mit Anderen bzw. unserem Umfeld. 

So können sich Wechsel-Pöppel blitzschnell auf die Dauerachse beamen, wenn um sie herum nur Chaos herrscht und selbst der größte Wechsel, wird urplötzlich ruhig und leise, kommt er in eine Kirche, uraltes Amtsgebäude oder Ähnliches. Die meisten zumindest. Unser Umfeld wirkt auf uns, ob wir wollen oder nicht. Der Ort, an dem wir zu Hause sind, bleibt dennoch gleich. Und manch ein*r war lange nicht zu Hause.

Würden wir also immer alles 100%ig abbilden wollen, dann würden wir den ganzen Tag wie wild unsere Pöppel hin und herschieben, um auch ja auf Stand zu sein. Was ein Stress.

Nein wir wollen eine ungefähre Richtung, einen Orientierungspunkt für uns selbst (um zu wissen, was uns guttut) und für Andere. Damit entweder die Anderen wissen, wie wir drauf sind oder wir eine Ahnung bekommen, was den Anderen wohl guttut. 

PS: Ich glaube, ich erzähle euch bald mal von den guten und schlechten Zuständen und von den erlösten und unerlösten Typen. 

Anzahl der Wörter: 494 🎉
Den Hintergrund, die Regeln dieses Projektes kannst du im ersten Beitrag zu Fritz & Ich nachlesen.


Fritz & Ich ist ein Projekt, welches im Januar 2021 von mir ins Leben gerufen wurde. Es geht um meine alltäglichen Erfahrungen mit dem Persönlichkeitsmodell von Fritz Riemann, nach seinem Longseller „Grundformen der Angst“. Ich belege hier meine persönliche These „Ein Leben ohne Riemann ist möglich, aber sinnlos“* und teile mit euch Gelegenheiten, Momente und Erfahrungen des Alltags in denen mir Fritz und sein Ansatz hilfreich zur Seite stehen.

*Das Original Zitat von Loriot lautet: „Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos“


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