5 Gründe für das Riemann-Thomann-Modell

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5 Gründe mit dem Riemann-Thomann Persönlichkeitsmodell zu arbeiten

Wer mich kennt weiß, ich liebe das Riemann-Thomann-Modell. Genauer gesagt, ich liebe Fritz Riemann und sein Werk „Grundformen der Angst“. Es ist wohl das am häufigsten gelesene Buch in meinem Regal und ich habe mir gerade neulich nochmal eine neue gebundene Ausgabe gegönnt. Warum ich mich seit über 25 Jahren mit diesem Modell beschäftige, was mich immer wieder begeistert und warum ich es für unverzichtbar halte, verrate ich dir in diesem Artikel.

1. Das Modell ist leicht verständlich.

Die Grundstruktur des Riemann-Thomann-Modells ist schnell erklärt, es braucht nicht mehr als ein paar Minuten und wird genau so schnell verstanden.

Es ist wie mit einem Messer. Es ist wahrlich eine Kunst, wie Meisterköch*innen innerhalb kürzester Zeit Gemüse schnippeln. Ruck Zuck ist die Zwiebel klitzeklein, die Finger noch dran und die Augen hatten nicht einmal Zeit zu weinen. Mit demselben Messer kann ich mir, als absoluter Laie, aber auch einen Apfel in Häppchen schneiden. Schmeckt und stillt den Hunger.

So mache das zum Einstieg mit Riemann auch. Bezogen auf die Situation die wir im Coaching gerade am Wickel haben, erkläre ich das Modell in wenigen Sätzen. Und es dauert nicht lang, da leuchten die Augen meines Gegenübers dicht gefolgt von einem „Ach so!“.

Zu Beginn brauchen wir nämlich noch nicht die Fingerfertigkeit der Meisterin/des Meisters, Häppchen schneiden reicht erstmal völlig aus. Der Rest kommt dann Stück für Stück. 

 

2. Das Riemann-Thomann-Modell ist schnell im Alltag um- und einsetzbar.

Was man schnell versteht, das kann man auch schnell anwenden. Das ist mir besonders wichtig. Denn was nutzt mir das Wissen um ein Modell, wenn ich es im Alltag nicht anwenden kann? Nix!

Wenn wir in der Situation erkennen, dass das was geschieht, guten Gründen folgt, quasi gar nicht anders kann als genau so zu laufen, dann können wir viel leichter loslassen und uns neu orientieren. Erst dann sind wir handlungsfähig und haben die Wahl.

Ein Beispiel, ein Klassiker:
X geht uns gehörig mit seinem Verhalten Y auf den Senkel. Weil X das immer so macht, wir das gar nicht verstehen können, sind wir genervt und haben sowas von keine Lust mehr. Kennst du? Ich auch.

Wenn wir uns X, uns und das Verhalten durch die Riemann-Brille ansehen, dann verstehen wir unter Umständen gleich mehrere Dinge auf einmal. 

  • Warum X so handelt – das Motiv/Bedürfnis dahinter
  • Was unser Bedürfnis/Wunsch wäre, wird uns bewusster
  • Warum uns das Verhalten von X so sehr nervt – welche Knöpfe da in uns gedrückt werden.

Ohne diese zusätzlichen Informationen ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir blind unserem gewohnten Verhaltensmuster folgen ziemlich groß. Jetzt aber wissen wir mehr und haben die Wahl.

  • Wir können das Bedürfnis von X stillen, weil wir hinter die Fassade gesehen haben, und es vielleicht nicht mehr sooo nervig ist.
  • Wir könnten aber auch erkennen, was die Situation mit UNS macht, und vielleicht stellen wir dabei fest, dass es gar nicht um X geht, sondern der arme Kerl nur der Auslöser für Z ist.
  • Es ist und bleibt doof, wir sprechen es an. Nicht mehr im Sinne von „Du blöder X machst immer Y und das nervt“ sondern mit dem Bewusstsein der dahinterliegenden Muster und damit mit der Ruhe für passendere Worte.

 

3. Riemann ist flexibel wie ein Schweitzer Taschenmesser

Wofür man das Modell nutzen kann? Ich behaupte ja gerne, für alles! Oder wie ich zu sagen pflege:

Ein Leben ohne Riemann ist möglich, aber sinnlos.

Überall da wo es um Menschen geht, ist es meiner Meinung nach auch hilfreich zu verstehen, welche Denk- und Verhaltensmuster sich in uns abspielen. Klammern wir diese aus, kommen wir nicht wirklich weit. Riemann läuft bei mir daher wie ein Betriebssystem immer mit, ich denke nicht mehr bewusst drüber nach. Kommt eine Situation, die mich aufmerken lässt, dann hole ich es gegebenenfalls kurz vor und schaue, ob es mich gerade einen Schritt weiterbringen kann.

Mögliche und typische Anwendungsfelder: 

  • Konflikte
  • Krisen
  • Entscheidungen
  • Teamdynamiken
  • Teamrollen
  • Stärken- und Schwächenanalyse
  • Nervige Verhaltensmuster (unsere eigenen wohlgemerkt)
  • Arbeitsmethoden und -weisen
  • Führungsverhalten
  • Veränderungsprozesse

Immer dann wenn wir mehr über eine Situation oder Verhalten erfahren möchten.

 

4. Riemann ist für alle da.

Es ist schnell, leicht zu verstehen und vielseitig, kein Wunder, dass das Riemann-Thomann-Modell entsprechend weit verbreitet ist. Riemanns Buch „Grundformen der Angst“ ist aktuell in der 44. Auflage erschienen und ist in vielen Haushalten und Praxen zu finden.

Ob Coaching, Therapie, Mediation, Training, Mitarbeiterführung, überall wo Menschen mit Menschen arbeiten ist es hilfreich. Und auch im privaten Kontext, da wo wir uns selbst und unsere Lieben besser verstehen wollen, wir auf der Suche nach unserem selbst sind, kann uns das Modell wirklich weiterbringen.

 

5. Riemann führt uns über Verhaltensebenen hinaus.

Meinen persönlichen Knaller habe ich mir bis zum Schluss aufgehoben. Das ist auch das Geheimnis, weswegen Riemann für mich unschlagbar ist und vermutlich auch bleiben wird denn…

Wir sind nicht, wir verhalten uns!

Viele Modelle arbeiten überwiegend mit der Verhaltensebene. Für meinen Geschmack ist das zu kurz gesprungen. Andere nehmen Werte hinzu, schon sehr viel besser – damit arbeite ich gerne.

Ein Blick durch die Riemann-Brille verrät mir neben Verhalten und Werten auch, warum die Dinge so sind, wie sie sind. Hier wird es für mich erst richtig interessant, denn hinter jedem Verhalten steckt ein WARUM (unsere eigentliche Absicht) und das ist oft wichtiger als das WAS.

Wir sind nicht unser Verhalten! Und nicht immer ist unser Verhalten unserer eigentlichen Absicht dienlich. Daher finde ich wichtig, uns die Absicht hinter unserem Verhalten (den eigentlichen Kern) bewusst zu machen, um beurteilen und gegebenenfalls neu entscheiden zu können, welches Verhalten uns zum Ziel führt.

 

Und deswegen liebe ich Riemann! Klein, fein und doch unendlich tief und maximal spannend!

Findest du auch? Dann hör doch mal beim Podcast rein oder spring gleich rüber zum ICHgerecht Kompass

 

 

Und sollte es dich richtig gepackt haben, dann sei doch einfach beim nächsten ICHgerecht Kompass mit dabei. Der Onlinekurs, um zu werden, wer du (auch) bist.

 

Das Riemann-Thomann-Modell – der Coach-Talk

Das Riemann-Thomann-Modell

Ein Interview über Chance und Nutzen des Modells im Coaching und Selbstcoaching.

Von Christa-Marie Münchow und Britta Ludwig.

Coaching to go ist das Motto von Christa-Marie Münchows Podcast – hilfreiches Coaching Know-how für unterwegs.

In dieser Folge unterhalten wir uns, von Coach zu Coach über das Riemann-Thomann Modell und dessen Einsatzgebiete.

Themen im Podcast 

  • Was macht das Riemann-Thomann-Modell so wertvoll?
  • Eignet es sich für Selbstcoaching und wie nutze ich es für die eigene Entwicklung?
  • Praxis, Praxis, Praxis – wir plaudern aus dem Nähkästchen.
  • „Ich bin halt so!“ Wirklich?
  • Müssen wir uns wirklich verbiegen, um bessere Beziehungen zu führen?
  • Entspricht unser Verhalten dem, wie wir wirklich sind?
  • Warum noch einen Onlinekurs und ein Buch zu diesem Thema, jetzt da in diesem Podcast schon „alles“ gesagt wurde. 😉