Gleich und gleich oder Gegensätze – was funktioniert im Team? #08

Gleich und gleich oder Gegensätze – was funktioniert im Team?

Ich muss sagen, das mit den Fragen gefällt mir sehr gut. Besonders, da ich gerade so in die Kursvorbereitungen verstrickt bin, dass ich den Fritz vor lauter Riemann nur schwer erkennen kann. Daher freue ich mich heute besonders, wieder eine Frage beantworten zu können.

Was hältst du bzw. Fritz von einem Unternehmen, in dem alle Mitarbeiter sich in der gleichen Ecke vom Riemann-Thomann-Quadrat befinden?“

Ich kann natürlich nur für mich sprechen und hoffen, Herr Riemann dreht sich nicht wegen meiner Interpretationen im Grab herum. Manchmal frage ich mich das schon. 😉

Gleich und gleich oder Gegensätze – was funktioniert im Team?

Vorweg, wie bei den einzelnen Typen auch gilt: Kein Typ/Quadrant ist besser oder schlechter. Alle bringen reichlich Ressourcen und Herausforderungen mit, die Kunst ist das Wissen darum. 

Wenn alle in einem Quadranten unterwegs sind, dann haben wir i.d.R. große Übereinstimmung bei Vorlieben, Charaktereigenschaften, Interessen und oft auch bei unseren Werten. Das ist wunderbar und macht es so verlockend Menschen zu finden, die so sind wie wir. 

Du weißt, was jetzt kommt. Der Spielverderber, das „Aber…“

Haben wir ein Unternehmen, in dem alle in einem Feld des Riemann-Thomann-Kreuzes aufgestellt sind, dann sind jede Menge wichtige Rollen nicht besetzt. Im schlimmsten Fall gibt es sogar blinde Flecken und die können das Unternehmen Kopf und Kragen kosten. Diese blinden Flecken sind nicht einmal unwahrscheinlich, denn niemand im Team kommt, von einer anderen Perspektive, bringt frischen Wind rein, hinterfragt kritisch oder legt gar den Finger in die Wunde. Im eigenen Saft kochen, nennt man das wohl.

Daher ist ein möglichst „buntes“ Team meist die bessere Wahl. Das würde aber bedeuten, sich bewusst für Charaktere zu entscheiden, die ganz anders sind als man selbst. Da menschelt es wohl und es knirscht auch mal richtig, aber dafür gibt es ja Coaches. 😉

Alle tummeln sich im Wechsel-Nähe Quadranten

Das war der Wunsch des Fragenden, werfen wir einen Blick in diese Ecke.

👍 Was vermutlich super läuft:

Neues entwickeln, Trends setzen, Change-Prozesse und jede Form der Innovation. Außerdem natürlich Kommunikation, Austausch und vermutlich ist auch die Beziehungsebene gut aufgestellt. Kunden werden hier sicher gut versorgt. Von der Kundenbetreuung bis hin zu Events, hier wird wohl an alles gedacht, um gut in Kontakt zu sein. 

🤔 Was kritisch werden könnte:

Die Stärke dieses Quadranten ist gleichzeitig auch deren Schwäche – Kommunikation. Hier wird geredet, geredet und geredet. Dass außer vieler Worte am Ende wenig bei rumkommt, könnte durchaus sein. 

Auch fehlt der kritische Blick, den die Dauer oder die Distanz mitbringen würden. In diesem Quadranten ist alles wunderbar und wenn es nicht klappt, dann muss es wohl an den Anderen gelegen haben oder zumindest an den Umständen. 😉

Die größte Stolperfalle könnte sein, dass vieles angefangen und wenig zu Ende gebracht wird. Da macht es dann auch nichts, dass die Endkontrolle vermutlich ausbleiben würde. 

Die Nähe mit ihrer Tendenz zur Fürsorge könnte in dieser Konstellation ordentlich unter Druck geraten. Einerseits Support für den Wechsel, andererseits Kunden, Partner, Kollegen bei der Stange halten, da ist klar, wer sich aufreibt.

Orakel und Kaffeesatz

So ins Blaue hinein, ist all das wie Kaffeesatzlesen! 

Wir haben alle mehr als eine Facette und manch einer ist reflektiert genug, um zu erkennen, dass die Leidenschaft Neues zu beginnen auch eine Instanz (Prozess oder Person) braucht, die dafür sorgt, dass Dinge abgeschlossen werden. 

Riemann kann aber helfen, sich im Vorfeld Gedanken zu machen, welche Eigenschaften einem Team guttun würden, und zwar im Bezug auf das Produkt oder die angebotene Dienstleistung, der Zielgruppe und dem, was im Team an Ressourcen gegebenenfalls noch fehlt. 

So lieber Fragender, nun bin ich doch schon SEHR neugierig, ob hinter deiner Frage ein konkreter Gedanke steht und ob dich mein Blindflug-Orakel inspirieren konnte.

Welche Erfahrungen habt ihr mit Teams gemacht, in denen ein Quadrant überbesetzt war?

Anzahl der Wörter: 629
Den Hintergrund, die Regeln dieses Projektes kannst du im ersten Beitrag zu Fritz & Ich nachlesen.


Fritz & Ich ist ein Projekt, welches im Januar 2021 von mir ins Leben gerufen wurde. Es geht um meine alltäglichen Erfahrungen mit dem Persönlichkeitsmodell von Fritz Riemann, nach seinem Longseller „Grundformen der Angst“. Ich belege hier meine persönliche These „Ein Leben ohne Riemann ist möglich, aber sinnlos“* und teile mit euch Gelegenheiten, Momente und Erfahrungen des Alltags in denen mir Fritz und sein Ansatz hilfreich zur Seite stehen.

*Das Original Zitat von Loriot lautet: „Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos“


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