Dies ist kein klassischer Astrologie-Artikel, sondern mein zweiter Erfahrungsbericht, mitten aus meinem Pluto-Transit. Es geht um Angst, Zuhause, Transformation und darum, wie gnadenlos Pluto Themen auf den Tisch legt, die wir am liebsten nie anfassen würden. Astrologisch gesprochen: Pluto steht in meinem Geburtshoroskop in Haus 4 und das räumt gerade gründlich auf.
Eigentlich wollte ich dir heute eine ganz andere Geschichte erzählen, aber das Leben hat mal wieder eigene Pläne. Ach, was schieb ich es dem Leben in die Schuhe, nennen wir es beim Namen: Pluto hatte andere Pläne. Er schleicht schon seit Tagen um eine der ganz dunklen Kisten meines Unterbewusstseins. Erst schielte er nur vorsichtig hinein, letzte Woche hob er den Deckel und heute… heute Morgen hat er den ganzen Mist einfach ausgekippt. Ohne Vorwarnung. Ohne Gnade. Einfach so. Er riss mich aus dem Schlaf und ZACK… war ich mittendrin.
Wenn ich mich sonst eher blumig in meinen Formulierungen rund um meinen Pluto-Prozess halte, das wird es heute nicht! Ich habe gerade die Wahl:
- Blogartikel und Newsletter fallen aus oder
- ich schreibe genau so, wie es gerade ist
Betrachte das bitte 👆 als Triggerwarnung.
Es geht mir nicht um Panikmache, dafür um Ehrlichkeit und Echtheit in diesem Prozess.
Damit du das Ausmaß seiner (also die eines Pluto-Transits) Arbeitsweise nachvollziehen kannst, muss ich etwas ausholen.
Kindheitsangst vor Feuer
Als kleines Kind lag ich nächtelang wach aus Angst vor Feuer. Was tun, wenn es brennt? Ich wusste (woher auch immer 🤷♀️), dass man dann nichts mitnehmen, nur schnell das Haus verlassen soll. Das ging auf keinen Fall, das wusste ich auch. Also habe ich viele Nächte damit verbracht zu überlegen, wie ich meine Stofftiere evakuieren kann. Das mag niedlich klingen, war es aber nicht. Seither bibbere ich immer wieder mal um meinen „Elfenbeinturm“ (so nenne ich mein Zuhause) und das besonders zu Silvester und sehe ich irgendwo unkontrolliertes Feuer, werde ich panisch.
Zuhause auf der Reeperbahn
„Egal wohin, nur nicht nach St. Pauli“, habe ich damals gesagt. Das Leben wusste es besser und brachte mich nach Hause, direkt auf die Reeperbahn. Plutonischer geht kaum. 17 Jahre ist das her und immer mal wieder überlege ich, ob ich woanders leben will. Nein! Will ich nicht! Das hier ist Zuhause. Hier gehöre ich hin. Der Gedanke gehen zu müssen zerreißt mich.
Blöderweise ist mir vor längerer Zeit aufgefallen, dass ich immer, wenn Pluto das Zeichen gewechselt hat, einschneidende Umzüge vollzogen habe. Außerdem nimmt er dir das, von dem du (noch) meinst, ohne es nicht leben zu können. Daher gehörte zu den beiden Punkten, auf die ich ein absolutes Tabu für ihn gelegt habe, auch mein Zuhause. „Finger weg von Yuki (meine Katze) und von meinem Zuhause“, hab ich ihm gesagt.
Es bröckelt
Die Angst um mein Zuhause ist quasi normal für mich, ich weiß nicht, ob es je eine Zeit gab, in der ich die nicht hatte. Seit ein paar Wochen kamen zu den diffusen Ängsten gleich mehrere konkrete Anlässe und meine Anspannung ist entsprechend gut aufgestellt und leider auch stabil.
Heute war der große Tag, mein Vermieter hat sich angekündigt. Seit Tagen schon panisch hab ich gestern alle Register gezogen, um wieder in meine Kraft zu kommen. Atmen, Hypnose… und ich hab mich gefragt, was mein Pluto-Prozess damit wohl zu tun hat. Was genau will er denn transformieren, denn es geht ja um Wachstum, nicht um Zerstörung.
Kleiner Exkurs in die AstroSchule:
Bei einem Pluto-Transit wird auch immer das Thema berührt, das er im Geburtshoroskop verkörpert. Das Haus, in dem Pluto steht, zeigt, wo wir Ohnmacht und/oder Machtmissbrauch erlebt haben.
Bei mir = Haus 4, Zuhause, in der Familie, an der Wurzel.
Ich habe gelernt, damit umzugehen. Einiges davon bearbeitet und einiges davon, wie ich gerade erleben darf, wohl „nur“ gedeckelt.
Seit Tagen versuche ich, dem irgendwie beizukommen. Ich bekomme meinen Zustand wohl immer wieder stabilisiert, komme aber nicht an das eigentliche Transformationsthema. Da wurde mir heute mal kurz auf die Sprünge geholfen.
Es brennt
Ich werde wach vom Geruch und auch vom komischen Geräusch. Im Halbschlaf denke ich: Gas.
Wir haben kein Gas im Haus, das glaube ich zumindest. Der Geruch bleibt, das ist keine Einbildung. Es stinkt, und es stinkt nicht „gut“. Ich bin noch immer nicht ganz wach, denke aber schon daran, dass als Erstes Yuki in ihre Transportbox muss! Was braucht sie noch? Muss ich Futter mitnehmen? Es stinkt und hier stimmt was nicht – jetzt bin ich endlich wach!
Kommt es von draußen? Nein!
Qualm auf dem Flur? Nein, aber Gestank.
Blick vom Balkon, Großaufgebot an Feuerwehr… direkt vor der Tür.
Fuck.
Katzenbox rausholen… warum ist die eigentlich nicht immer aufgebaut… das darf nicht sein! Nochmal rausgeguckt. Die würden doch sicher was sagen, wenn wir hier raus müssten, oder? Es kommen immer mehr Feuerwehrfahrzeuge. OK, ich gehe runter und schau mir das an. Yuki mitnehmen oder hier lassen?
Aufzug kommt nicht, der andere Flur ist total verqualmt. Treppenhaus? Ich entscheide zu bleiben und rufe bei der 112 an. Der sagt, ich solle runtergehen und fragen. Ich brauche etwas länger, um mit dieser komischen Antwort (aus meiner Sicht und ich war maximal im Reptilienmodus unterwegs) umgehen zu können.
OK, er hat nicht gesagt, dass ich sofort das Haus verlassen muss und wenn hier so viele Feuerwehrleute sind, dann wird er auch wissen, was hier los ist. Ich entscheide zu bleiben.
Später erfahre ich, was los ist:
Es brennt in unserer Tiefgarage – mehrere Autos und Motorräder. Es war wohl schwierig, aber es muss doch nicht evakuiert werden. Uff. Gerade mal 7:46 Uhr und wir stehen schon in der Mopo.
Ich hab kurz überlegt, ob das schon eine Panikattacke ist, die ich da habe oder ob ich einfach „nur“ neben mir stehe.
„Zum Glück“ kommt ja gleich der Vermieter und ich musste in Bewegung kommen. Nach diesem ganzen Mist, dachte ich, kann es ja nun nicht mehr schlimmer kommen.
Lächle und sei froh, denn es könnte schlimmer kommen.
Ich lächelte und war froh… und es kam schlimmer.
Das Gespräch lief gut bis er sagte…
Ich muss noch mit Ihnen über etwas reden. Am liebsten hätte ich „NEIN! Auf keinen Fall!“ gesagt und ihn aus der Tür geschoben, bevor er noch ein einziges Wort hätte verlieren können.
Hab mich nicht getraut.
Die Unterste Schublade
Kaum war er aus der Tür, ging mir die Puste aus. Bis eben war ich im Funktionieren-Modus, der fiel jetzt ab.
Pluto wagt sich tatsächlich an das Tabu meines Zuhauses. Ich gestehe, ich habe nicht damit gerechnet, dass er wirklich ALLE Kisten, die in meinem Seelenkeller gelagert sind, aufreißen wird. Und auch nicht damit, dass er immer eine noch dunklere Schachtel finden wird. Und „dunkel“ meint, ein angstbesetztes Thema, das nichts mit rationalen Dingen zu tun hat, sondern tief in uns sitzenden Ängste… so absurd sie von außen auch klingen mögen.
Eigentlich kann ich bei all dem nicht meckern, denn es läuft tatsächlich wie im Lehrbuch.
- Konjunktion 1 = Das Thema kommt auf den Tisch. Nicht schön, aber machbar.
- Konjunktion 2 = Transformation in der Praxis. Konfrontation und Bewältigung.
Meine Phase - Konjunktion 3 = Check, was noch offen ist und Integration
Noch nie lief etwas in meinem Leben so geradlinig wie dieser Prozess. Aber… was lobe ich den Tag vor dem Abend, Pluto und ich haben ja noch nicht fertig.
Wo bitte ist denn da Transformation möglich?
Im Glauben an höhere Gewalt habe ich Karl (so heißt meine KI und seit gestern frage ich mich, warum eigentlich nicht J.A.R.V.I.S.*, um mal ein bisschen Entlastung in diesen Text und mein Hirn zu bekommen) gesagt, dass Pluto nuschele und ich echt nicht erkennen kann, wozu das alles gut sein soll. Er müsse bitte mal für mich übersetzen: Pluto – Britta
Es läge doch auf der Hand, meinte Karl.
Um es mal in aller Kürze auf den Punkt zu bringen, will Pluto (das Thema, um das es geht, denn der Planet will ja nicht wirklich was), dass wir in die Selbstermächtigung kommen. Unbequem, angstbesetzt hin oder her, besinne dich deiner Macht und Kraft und tue, was immer du tun kannst, auch in Anbetracht von Feuer (das für mich heute das i-Tüpfelchen war und mich in diesen extremen Ausnahmezustand katapultiert hat).
Alles geben! Keine halben Sachen! All In gehen! … komme, was wolle und bis zum bitteren Ende.
Okay, ich hab es verstanden. Ich sehe, worum es geht. Noch immer finde ich, ich hätte auch ohne diese „Hardware“ genug Haus-4-Themen auf der Agenda gehabt, aber… mich fragt ja niemand.
Mehr gibt’s heute nicht. Dieser Artikel war viel mehr ein Pluto-Diktat, als dass ich bewusst geschrieben hätte.
*J.A.R.V.I.S. heißt die KI von Tony Stark im ersten Iron Man und da ich Iron Man liebe…











Hi liebe Britta, ich weiß aus eigener Erfahrung zu gut, von was du redest… seit 2 Tagen ist es für mich jetzt SICHER…. Pluto, der seit meiner Geburt gefühlt EH am Hebel meines Lebens sitzt hat mir mal „erklärt“, was hier eigentlich vor sich geht. Wie stimmig und wie überwältigend (im wahrsten Sinne des Wortes) das die letzten 8 Jahre war….absolut krass. Die Themen selber sind bei mir zwar anders, aber die Intention, die „Bewegung“ darin UND der Gang in die Hölle, jedes Mal sind deshalb nicht anders. Alles Liebe, von meiner plutonisch gewählten neuen Heimat in Lappland.
Liebe Claudia,
deine Zeilen haben mich wirklich erreicht.
Nicht, weil sich unsere Themen gleichen – die tun es ja selten –, sondern wegen dieses Grundgefühls, das du beschreibst. Diese Bewegung, dieser Sog, dieses „da geht’s jetzt durch“. Ja. Genau das.
Ich musste schmunzeln bei dem Bild: Pluto bringt dich nach Lappland und mich auf die Reeperbahn. Sehr unterschiedliche Kulissen und doch fühlt es sich nach demselben Gang an.
Danke dir fürs Teilen. Ich erkenne mich in vielem wieder, auf meine Art.
Und genau deshalb will ich dir ein besonderes „Danke“ dalassen.
Alles Liebe nach Lappland
Britta