Was ich an Selbstführung so mag

von | 11.08.2021 | Selbstführung

Selbstbestimmt leben, gelingt nur Hand in Hand mit gelungener Selbstführung. Sonst dümpeln wir zwar selbstbestimmt so vor uns hin, sind aber dennoch nicht so richtig zufrieden mit uns und der Welt. Außerdem bedeutet Selbstführung für mich ein erhebliches Maß an Freiheit. Der Freiheit, selbst zu entscheiden, wie ich mich fühlen und damit auch leben will. Was ich an dem Thema Selbstführung so liebe, das kannst du in diesem Beitrag lesen.

Mein ganz persönlicher Horror

Es macht mich echt kirre, wenn ich nichts tun kann. Wenn ich Umstände, Ereignisse einfach so ertragen muss und mir nichts bleibt, als zu zuschauen. Das Gefühl der Ohnmacht ist für mich der blanke Horror. Schlimm genug, dass es im Außen oft genug Dinge gibt, auf die ich keinen oder wenig Einfluss habe, da will ich wenigstens Einfluss darauf haben, was es mit mir macht. 

Vermutlich daher auch meine recht ausgeprägte innere Stimme die in solchen Situationen zu sagen pflegt: „Das wollen wir doch mal sehen!“ Und dann krempelt sie die Ärmel hoch.

Da liegt es wohl nahe, dass Selbstführung mir ein echt wichtiges Thema ist. Klar, ich habe auch meine Durchhänger – holla, das kann ich sogar echt gut – aber ich habe sie nie sehr lang. Die mit den hochgekrempelten Ärmeln lässt mir das schlichtweg nicht lange durchgehen. Ein Blick von ihr reicht, damit ich mich wieder berappele. Ist dann so im Sinne von „Merkst du selbst, oder?“ Ein liebevoller innerer Feldwebel sorgt dafür, dass meine Ohren Haltung annehmen und ich mich am eigenen Kragen wieder aus meinem kuscheligen Elend ziehe.

Klingt einfach. Ist es auch. Aber einfach ist nicht immer leicht. Ein bisschen was braucht es dafür aber… es lohnt sich auf jeden Fall. 

Die Basis für Selbstführung

Wer sitzt denn da am Steuer?

Wer führt eigentlich in deinem Leben? Dein Job, deine Mitmenschen, die Umstände oder sogar das Wetter? Wer bestimmt darüber, was du tust und wie es dir gerade jetzt geht? 

Es klingt einfach und doch sind wir uns dieser inneren Führung selten bewusst. Gerade in stressigen Zeiten, verlieren wir leicht den Überblick wer/was gerade in unserer inneren Schaltzentrale die Fäden zieht.

Von daher ist es leider keine Frage, die wir uns nur einmal zu stellen brauchen und dann ist das ein für alle Mal geklärt. Schön wäre es. Viel mehr ist es so, dass es hilfreich ist, immer wieder innezuhalten und zu checken, wer/was gerade den Hut auf hat und auf welchem Kurs wir uns bewegen. 

Die vielen Facetten der Selbstführung

Selbstführung ist wahrlich kein kleines Projekt. Viel mehr hat sie viele Facetten und wie so oft im Leben (leider) ist es unwahrscheinlich über Nacht, den einen Knopf drücken zu können, und ZACK… alles ist wunderbar. Viel mehr ist es so, dass wir uns Stück für Stück diese Kompetenz aneignen und über die Zeit hinweg immer besser werde dürfen.

Bleibt die Frage wo anfangen? 

Es ist ein bisschen wie mit Henne und Ei. Oder Ei und Henne? 

🐓 Wir müssen uns selbst und unsere eigenen Muster erkennen und verstehen, sonst wird das nichts mit der Selbstführung. 

🥚 Gleichermaßen dürfen wir Verantwortung übernehmen für das was wir tun oder eben nicht. Das setzt aber wiederum voraus, dass ich erkenne, wo ich verantwortlich bin, es aber vielleicht gar nicht merke. 

Am besten übernehmen wir Verantwortung dafür, dass wir der Kapitän/ (ich finde das Wort Kapitänin sowas von blöd aber für alle, die lieber Kapitänin sein wollen:) die Kapitänin in unserem Leben sein wollen und fangen dann gleich damit an, uns selbst besser kennen zu lernen. 

Was sonst noch für eine erfolgreiche Selbstführung notwendig ist, kannst du im letzten Beitrag nachlesen:

Was bedeutet Selbstführung?

Der Haken an der Selbstführung

Damit nachher niemand sagt, ich hätte nichts gesagt. Die Reise auf dem Weg zu mehr Selbstführung ist nicht immer rosig. Es gibt Steine, über die man stolpern kann. Dornen, an denen man sich schnell kleine Schrammen einfängt. Und, ich gestehe, ganz unanstrengend ist es auch nicht. Zeit will natürlich außerdem investiert werden.

Es ist ein bisschen wie Autofahren bei Dunkelheit und Regen auf einer fremden Strecke. Wir müssen hellwach sein. Konzentriert die Augen auf die Straße richten, damit wir die Fahrbahnmarkierungen erkennen können und die Ausfahrt nicht verpassen. Und trotz aller Mühe brauchen wir auch noch länger für die Strecke als bei allerfeinstem Sonnenschein. Uff… schon bei der Vorstellung fühle ich mich ganz erschöpft. 

Wie viel einfacher ist es da, wenn jemand vor uns fährt und wir uns nur an dessen Rücklichter hängen müssen. Was ein Glück. Zumindest wenn das Auto vor uns dasselbe Ziel hat wie wir selbst. Sonst könnte es etwas blöd werden. Dann hatten wir wohl eine angenehme(re) Fahrt, sind aber leider nicht da, wo WIR hinwollten. Bleibt zu hoffen, dass es da auch schön ist. 😉

Im Onlinekurs ICHgerecht Kompass widmen wir uns ausgiebig der Selbstkenntnis und da wird auch mal gestöhnt und geseufzt, dass alles sehr spannend sei aber auch anstrengend. Und dass es vorher irgendwie einfacher war, als man nicht immer erst auf die eigenen Anteile geschaut hat. Ja genau. Ich sage nur „Rücklichter“. 

Neben den Mühen die es macht, sich selbst zu beobachten, ehrlich zu sein mit dem, was man erkennt, braucht es auch noch eine Portion Mut. Zumindest dann, wenn wir beschließen: Es darf etwas anders werden. Veränderungen die brauchen halt auch eine Portion Mumm. Da will „Nein“ gesagt, Neues gelernt und unbequemes durchgestanden werden. 

Warum sich Selbstführung trotzdem lohnt

Klingt alles nicht gerade verlockend dich deiner Selbstführung zu widmen? Kann ich verstehen. Aber gib mir noch ein paar Zeilen, dir die Vorteile zu schildern. Denn die, die sind ein echter Knaller und machen das Ganze lohnenswert.

Wir werden selbstbewusster

Selbstbewusstsein wird häufig missverstanden beziehungsweise missdeutet. Selbstbewusstsein bedeutet nichts weiter, als sich seiner Selbst bewusst zu sein. Das hat dem Wortsinn nach erstmal nichts damit zu tun, ob wir taff, mutig, stark, präsent, charismatisch… was auch immer, sind. Es heißt einfach nur, ich weiß, wie ich gestrickt bin. 

Keine Selbstführung ohne Selbstkenntnis und daher bekommen wir ganz nebenbei eine ordentliche Portion Selbstbewusstsein für unsere Mühen. Nicht schlecht, oder?

Mehr Selbstwert bitte

Es kommt noch besser. Sind wir uns unserer Selbst bewusst, kennen unsere Ecken und Kanten, wissen was dahintersteckt, folgt unvermittelt auch Selbstakzeptanz und ein besseres Selbstwertgefühl. 

Es zählt nicht mehr, was man so macht oder vergleicht sich mit all jenen, die vermeintlich besser sind als wir. Kennen wir uns und unseren Wert, dann ist der einzige Maßstab wir selbst und wir haben ordentlich Punkte gesammelt auf unserer Selbstwertskala.

Das Sahnehäubchen…

Mehr Selbstbewusstsein, mehr Selbstwert, das wäre die ganze Mühe doch schon wert, oder? Das ist aber noch längst nicht alles. Da wir nicht mehr den Rücklichtern anderer folgen, können wir unsere eigene Route bestimmen und damit auch unsere eigenen Ziele erreichen. Du bist somit auf deiner ganz eigenen Reise zu mehr Zufriedenheit unterwegs. Yeah 🎉

Selbstführung hat aus meiner Sicht nur ein einziges Ziel: Mehr Lebensqualität. 

Sie ist nicht dazu da, anderen bei deren Zielerreichung zu helfen, besonders effizient oder diszipliniert zu sein. 

Es geht einzig um unsere eigene Zufriedenheit. Selbst am Steuer unseres Lebens zu stehen und den Kurs zu bestimmen. Selbst entscheiden zu können, was wir erreichen und wie wir uns gerade jetzt fühlen wollen. Deswegen liebe ich Selbstführung so sehr. 

Wie stehst du zum Abenteuer Selbstführung?


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Britta Ludwig

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