Die Wintersonnenwende ist der tiefste Punkt des Jahres und zugleich der Moment der Umkehr – mehr Dunkelheit gibt es nicht. Ab hier beginnt das Licht zurückzukommen, leise und unaufgeregt.
Wie du diese Zeit bewusst für dich nutzen und diesen Wendepunkt für deine innere Ausrichtung markieren kannst, darum geht es in diesem Artikel.
Darum geht's in diesem Beitrag
Was bedeutet die Wintersonnenwende?
Die Wintersonnenwende ist kein Aufbruch.
Kein Neujahr. Kein Reset-Knopf.
Und trotzdem beginnt hier etwas Neues.
Am Tag der Wintersonnenwende erreicht die Sonne ihren tiefsten Punkt im Jahreslauf. Mehr Dunkelheit geht nicht. Astronomisch ist es ein klar definierter Moment. Symbolisch ist es eine Schwelle.
Ab diesem Zeitpunkt werden die Tage wieder länger.
Nicht spürbar. Nicht sofort. Aber unumkehrbar.
Das macht die Wintersonnenwende so besonders:
Der Neubeginn ist da, bevor man ihn fühlt.
Ein Neubeginn ohne Druck
In einer Kultur, die ständig nach Fortschritt fragt, wirkt die Wintersonnenwende fast widersprüchlich. Sie fordert nichts. Sie ruft nicht. Sie macht keinen Lärm.
Sie sagt nicht:
„Mach einen Plan.“
Oder: „Setz dir ein Ziel.“
Sie sagt:
„Die Richtung hat sich geändert.“
Mehr nicht.
Das Neue beginnt hier nicht durch Entscheidung, sondern durch den natürlichen Rhythmus. Nicht, weil wir etwas wollen. Sondern weil der Zyklus es vorsieht.
Warum die Wintersonnenwende psychologisch so wirksam ist
Psychologisch betrachtet ist die Wintersonnenwende ein sehr ehrlicher Zeitpunkt. Alles, was jetzt trägt, trägt nicht wegen Motivation oder Schwung. Sondern aus Substanz.
Was in dieser Dunkelheit noch da ist, ist nicht dekorativ. Es ist wirklich wesentlich und gehört zu dir.
Deshalb ist dieser Moment so gut geeignet, um innezuhalten, nicht um neu zu starten.
Nicht: Was will ich erreichen?
Sondern eher: Was trägt mich… auch ohne Licht?
Die Sonne als Rhythmusgeber
Wenn wir die Sonne als inneren Rhythmusgeber verstehen, zeigt uns die Wintersonnenwende etwas Entscheidendes:
Wachstum beginnt nicht im Sichtbaren.
Es beginnt im Stillen.
In der Natur sehen wir das deutlich: Unter der Erde ist längst Bewegung, während oberirdisch noch Winter herrscht. Nichts drängt. Nichts muss beschleunigt werden.
Das Licht kommt zurück – in seinem Tempo.
Ein einfaches Ritual zur Wintersonnenwende
Kein großes Ding.
Kein Hokuspokus.
Eher ein bewusst gesetzter Punkt mit Aufmerksamkeit.
Du kannst das Ritual am Tag der Wintersonnenwende (um den 21. Dezember, die genaue astronomische Zeit für die Wintersonnenwende findest du hier) machen oder an einem ruhigen Moment in seiner Nähe.
Was du brauchst
- eine Kerze (wenn du einen Adventskranz oder ein Adventsgesteck hast: perfekt, nimm das)
- Papier und Stift
- etwa 10–15 Minuten Ruhe
Gerade der Adventskranz passt gut. Im Kern geht es darum, Licht bewusst zu halten, wenn es draußen dunkel ist. Das ist weniger Weihnachtsprogramm als eine alte Idee: Naturgesetzen im Alltag Aufmerksamkeit zu schenken.
Schritt 1: Licht bewusst beenden
Zünde eine Kerze an.
Schau einen Moment in die Flamme.
Dann lösche sie bewusst.
Nicht nebenbei.
Nicht hastig.
Dieser Moment steht für den tiefsten Punkt des Jahres.
Für das, was ist und da sein darf.
Schritt 2: Eine ehrliche Frage
Schreib eine kurze Antwort auf eine dieser Fragen auf:
- Was trägt mich wirklich, auch ohne Schwung?
- Was fühlt sich für mich sinnvoll an, selbst wenn ich es nicht erklären kann?
- Was darf jetzt ruhen – ohne entschieden zu werden und einfach aus sich heraus wachsen?
Stichworte reichen völlig.
Das hier ist kein Text für andere. Das ist ein kurzer Abgleich mit dir selbst.
Schritt 3: Das Licht neu entzünden
Zünde die Kerze wieder an.
Nicht mit einem Plan.
Eher wie ein inneres Schulterzucken mit Hoffnung.
Vielleicht mit einem einfachen Satz wie:
„Die Richtung ist klar genug für jetzt.“
Oder:
„Das darf jetzt wachsen – in seinem Tempo.“
Dann lass es gut sein. Kein Nachdenken. Kein Interpretieren.
Was nach der Wintersonnenwende beginnt
Die Wintersonnenwende ist kein Neubeginn im klassischen Sinn.
Aber sie ist der Punkt, an dem das Neue beginnt zu wachsen – noch unsichtbar, noch leise.
Unaufgeregt.
Unaufhaltsam.
Ohne dass du etwas tun musst.
Vielleicht ist genau das ihre Qualität:
Sie verlangt nichts von uns.
Aber sie erinnert uns daran, dass Entwicklung nicht immer laut beginnt.
Manchmal beginnt etwas Neues nicht mit einer Entscheidung, sondern damit, dass man merkt:
Ab hier geht es wieder Richtung Licht.
Und danach?
Danach darf es langsam gehen.
Die Tage werden länger, aber niemand erwartet, dass du es sofort merkst.
Vielleicht ist das die eigentliche Einladung der Wintersonnenwende:
Dem Neuen Raum zu geben, ohne es zu drängen… und irgendwann spürt man es.
Wenn dich natürliche Rhythmen, innere Jahreszeiten und stimmige Übergänge interessieren, stöber gern in meiner Artikelreihe „Die Sonne als Rhythmusgeber“ – oder entdecke deinen ganz persönlichen Energierhythmus in meinem Angebot „ICHgerechte Jahreszeiten“.
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